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Resteverwertung: Holunderblütensirup machen und alle Reste verwerten - Challenge


Großer Topf aus Edelstahl mit Wasser, Zitrusscheiben und Holunderblüten bis oben hin gefüllt. Darin steckt ein Kochlöffel aus Holz

Theoretisch ist ja alles essbar, was man als Zutaten für einen Holunderblütensirup braucht. Warum wirft man das also nach dem Auszug weg?

Es ist ja immer noch Aroma drin. Kann man das nicht noch weiternutzen?

Das habe ich mich gefragt und mir eine Challenge gesetzt:

Es muss alles verwertet werden.

Dazu habe ich mir also Anregungen herausgesucht bzw. einfach pi mal Daumen gearbeitet.

Was dabei herausgekommen ist, war echt ok. Manches super, manches einfach nur ok. Fazit: Kann man mal machen.


Ihr braucht als erstes für euren Sirup folgende


Zutaten:

20 Stück Holunderblüten Dolden

2 Orangen und/ oder Zitronen (unbehandelt und bio) - könnt ihr auch mischen

evtl. Zitronensäure, aber das könnt ihr auch weglassen (10g-25g)

1 kg Zucker (wenn ich einkoche nehme ich auch weniger)

1 l Wasser


  1. Die Holunderblüten in einer Schüssel mit Wasser waschen und kurz abschütteln und dann in einen Topf geben. Das Wasser der Schüssel könnt ihr zum Gießen verwenden.

  2. Die Orangen und Zitronen waschen und in Scheiben schneiden. Dann kommen sie auch in den Topf.

  3. Zitronensäure ist optional. Damit hält der Sirup etwas länger. Die gebt ihr auch dazu, falls gewünscht.

  4. Zucker und Wasser dazu geben und kurz aufkochen.

  5. Das lasst ihr abgedeckt mindestens 24 Stunden stehen. Ihr könnt es aber auch bis zu 3 Tagen stehen lassen.

  6. Dann filtert ihr den Sirup ab z.B. durch ein feines Sieb oder Mulltuch und kocht alles noch mal auf.

  7. Füllt ihn noch heiß in saubere Flaschen. Achtet bei den Flaschen auf Hygiene.

  8. Ungeöffnet hält der Sirup ein halbes Jahr und mehr.

  9. Ihr könnt ihn aber auch einkochen. Dann hält er länger. Das geht übrigens auch im Ofen oder großen Topf, wenn ihr kein Einkochautomaten habt oder ausleihen könnt.


Im Hintergrund ist wieder der große Edelstahltopf zu sehen, gefüllt mit Wasser, das schon leicht gelblich ist vom Auszug. Außerdem Orangenscheiben und Holunderblüten. Im Vordergrund steht eine Edelstahlschüssel. Darauf ein Edelstahlsieb mit feinen Maschen. In dem Sieb sind Orangenschalen und Holunderdolden, die abgesiebt wurden. Im Sieb liegt ein Schöpflöffel aus Holz

Normalerweise würden nun die Zitrusschalen und Holunderblüten kompostiert werden. Aber in diesem Experiment wollen wir ja alles verwerten. Also trennt die Zitrusschalen von den Dolden.

Das die Dolden ja im Zuckersirup mit den Zitrusschalen zogen, haben sie natürlich nun auch Zucker und etwas Säure aufgenommen. Also Würze.


Knusprige Holunderblüten - Holunder Crunch

Lasst die Holunderblüten gut abtrocknen, denn sonst braucht es länger beim Dörren. Legt sie dazu auf ein Backblech und trocknet sie im Ofen bei 80 Grad. Ihr könnt natürlich auch einen Dörrautomaten nehmen oder eine Solarbox.

Mit der Solarbox würdet ihr bei sonnigem Wetter sogar keine Stromkosten haben. (Hier geht's zu meiner selbstgebauten Solarbox).

Das Trocknen dauert ein paar Stunden und hängt von der Größe eurer Dolden ab und wie gut ihr sie austrocknen habt lassen. Ich hatte sie drei Stunden im Ofen und sie waren nicht knusprig. Ich habe sie rausgenommen und siehe da: nach dem Abkühlen waren sie crunchy. Ich nehme an, das lag am Zucker. Macht das also ein bisschen nach Gefühl. Ihr könnt auch erstmal nur eine Dolde rausnehmen und abkühlen lassen. Dann seht ihr schon, ob es passt.

Glänzende Holunderblütendolden auf einem Backblech mit Backpapier ausgelegt.

Fazit:

Die Blüten sind nun süß-sauer mit dem typischen Holundergeschmack. Die Stengl habe ich anfangs auch mitgegessen. Sie sind von der Konsistenz her aber nicht mein Fall.

Aber die Blüten waren ganz ok. Kann man mal knuspern. Ist mal wars anders. Die kann ich mir auch gut als Topping für Eis oder andere Desserts vorstellen.

So gut wie Schokolade finde ich sie aber nicht. Aber das ist ja irgendwo klar :)

Ohne die Zitronensäure oder mit nur wenig (10g) davon fand ich das Crunch am besten.

Als nächstes werde ich das mal in Keksen probieren, wenn mal das Regenwetter weg ist.


Soll ich dann auch etwas über die Holunderkekse bringen und wie sie geworden sind?

  • Ja, gerne

  • Ne, lass mal

  • Ach, warum nicht



Süßspeisen aus den Zitronenschalen:

Als nächstes habe ich mir die Zitronenschalen vorgenommen. Die müssen übrigens nicht ausgiebig abtropfen, wie die Blüten.

Aus den Schalen habe ich Eis, also Sorbet, und Limo gemacht:

Als erstes musste ich die Kerne entfernen.

In einer Schüssel sind Zitrusscheiben von Orangen und Zitronen zu sehen. Sie glänzen und teilweise ist das Fruchtfleisch nicht mehr drin. Dafür sieht man aber vereinzelt Kerne.

Für die Limo und das Sorbet musste ich sie erst einmal pürieren. Da sollten keine Stücke mehr drin sein.

Ein Mixer aus Glas mit gelber Masse aus pürierten Orangen und Zitronen

Das Sorbet:

Ihr nehmt so viel von der Zitrusmasse ab, wie ihr wollt und gebt nach Geschmack etwas Zucker und Wasser hinzu und püriert noch einmal.

Beim Sorbet gibt es die Richtlinie:

1 Teil Früchte

1 Teil Wasser

1 Teil Zucker

Nachdem die Zitrusfrüchte schon etwas in Zucker gezogen sind, brauchen sie etwas theoretisch weniger Zucker. Schmeckt da einfach ab und vertraut da eurem Gaumen.


Zitrus -Sorbet mit Eismaschine

Wenn Ihr eine Eismaschine habt, ist ein Sorbet einfach. Gebt die Zitrusmasse einfach hinein und lasst sie auf dem Programm für Desserts laufen.

Zero Waste Tipp: Eine Eismaschine kann man oft in Bibliotheken ausleihen. Viele Gemeinden bieten dort einen Bereich für Dinge zum Ausleihen. Fragt da gerne mal nach.


Zitrus- Sorbet ohne Eismaschine

Wenn Ihr keine Eismaschine habt, friert ihr die Masse in einem Behälter Eurer Wahl ein und verschließt ihn.

Alle halbe Stunde bis 45 Minuten rührt ihr einmal gründlich um.

Nach 4-6 Stunden ist das Sorbet fertig.


Fazit:

Wenn man Zitronensorbet mag, dann ist das sehr erfrischend.

Es ist ganz leicht bitter wegen der Schalen, aber nicht so arg, wie befürchtet, weil das ja schon zum Großteil entwichen ist durch das Ziehenlassen und Auskochen.

Auch hier finde ich es köstlicher, wenn wenig oder keine Zitronensäure drin ist. Mir ist das persönlich oft zu viel. Anderen hat das nichts ausgemacht. Das ist also Geschmackssache. Ihr könnt das aber vorher abschmecken und ansonsten mit Wasser und Zucker strecken.


Limonade:

Die ging super einfach.

Ich habe mir die pürierte Masse mit Sprudelwasser aufgegossen. Ca 2-3 El auf einen Liter. Das ist nur ein Richtwert. Schmeckt es einfach ab.

Fazit:

Lecker und erfrischend. Da hat mich die Zitronensäure gar nicht gestört, wenn man das mit der Version mit Zitronensäure machen möchte.

Die Kinder fanden es besser, wenn ich vorher noch etwas Zucker unter die Masse gegeben habe. Wie verwunderlich!😁 Das ist weniger erfrischend, aber sehr wie Limo. Da könnt ihr auch experimentieren, wie süß ihr das gerne wollt.


Haltbar machen für weitere Drinks

Zero Waste Tipp: Mir ist von der Masse etwas übrig geblieben. Das habe ich dann in eine Eiswürfelformen gegeben und eingefroren. Die Würfel kann ich dann portionsweise irgendwann mal später ins Wasser geben und kühle das Getränk damit auch gleich.

Das finde ich persönlich in stillem Wasser oder kalten Pfefferminztee sehr lecker, sofern man die Masse nicht überzuckert hat. 😀

Eiswürfelform aus Edelstahl mit einem Hebel in der Mitte. Sie ist gefüllt mit der Zitrusmasse. Sie liegt auf einem Holztisch, daneben zwei Zitronen und eine blaue Vase mit Wildblumen (Giersch: weiß, etc)

Es wurde jetzt komplett alles verwertet, nur Holunderstengl mochte ich nicht so gerne.

Ich bin mal gespannt, was ihr dazu sagt. Schreibt gerne unten in die Kommentare, was euch geschmeckt hat oder ob ihr das mal ausprobieren würdet.

Klar, so eine Verwertung braucht mal etwas Zeit, aber man spart sich auch Geld und hat besondere Leckereien zu Hause.


Wenn Ihr diese Anleitung hilfreich fandet, dann teilt gerne den Beitrag! Sharing is caring. Nur so können wir gemeinsam etwas verändern.

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