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Solawi - solidarische Landwirtschaft

Autorenbild: Kieselstein (Stefanie Kießling)
Kieselstein (Stefanie Kießling)
30. Juni 2023
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Okt.

SOLAWI - solidarische Landwirtschaft

So viel bekommst du bei unserer Solawi im Juni in einer Woche.

Man muss dazu sagen: dieses Jahr ist bei uns der Anbau nicht einfach für unsere Gärtner*innen gewesen.

Wir haben einen Ernteanteil. Man kann aber auch nur einen halben nehmen oder auch zwei oder mehr.

Letztes Jahr kamen wir finanziell gesehen deutlich billiger als im Bioladen.

Aber wir hatten auch eine Rekordernte. Noch ein Vorteil: hier sind die Preise nicht so krass gestiegen, wie im Laden.

Bei einer Solawi schließt man mit den Landwirten einen Vertrag.

Ihr bekommt dann euren Ernte, der Landwirt Geld und Planungssicherheit.

Verlust und Gewinn wird geteilt.

Für mich ist eine Solawi auch ein guter Einstieg in Zero Waste. Man greift hier schon ein, bevor "Foodwaste", also Lebensmittelverschwendung entstehen kann: auf dem Feld.

Der landwirtschaftliche Betrieb kann sich sicher sein, dass er nicht auf der Ware sitzen bleibt. Kunden haben auch die Chance hier krummes Gemüse zu beziehen, was sonst nicht den Weg in Supermärkte gefunden hätte: krumme Gurken, riesige Zucchini, Zwillingskarotten etc.

Wäre eine Solawi auch etwas für euch?

Wenn eine Solawi für euch in Frage kommt, dann schaut doch einmal beim Netzwerk solidarische Landwirtschaft wo in eurer Umgebung die nächste Solawi ist.

Viele Betriebe bieten einen Tag der offenen Tür oder Hofführungen an. Da könnt ihr euch einen Eindruck von eurer Solawi machen. Manchmal kann man unter dem Jahr einsteigen, manchmal muss aber auch bis zum Start des neuen Erntejahres warten.

Wichtig zu wissen:

Jede Solawi ist anders organisiert. Manche Solawis sind schon größer und bieten Fleisch, Brot, Getreide oder Öl an. Das kann man sich meist als Modul dazu buchen.

Bei unserer Solawi kann man Schweinefleisch und Kalbfleisch zum Gemüseanteil dazu buchen, muss es aber nicht.

Auch die Anbaumethoden können variieren. Meines ist Naturland zertifiziert. Theoretisch müsste sie aber nicht bio zertifiziert sein. Die meisten sind es aber, da es bei Solawis um mehr als nur faire Bezahlung für den Landwirt und das Gärtnerteam geht.

Bei meiner Solawi gibt es z.B. das Kälberprojekt. Hier werden die Kälbchen nicht von der Mutter getrennt und dürfen bei ihr weitertrinken. Natürlich sinkt dadurch der Milchertrag für den Bauern. Das ist aber in den Kalbfleischanteil mit eingerechnet.

Die Kälbchen sind mit auf der Weide. Manchmal verstecken sie sich aber im hohen Gras, so dass es schwieriger ist, sie abends in den Stall zu bringen. Das brauchst mehr Personal oder eine Drohne.

Was noch besonders bei meiner Solawi ist: das ganzheitliche Weidemanagement (Holistic Planned Grazing). Die Weidefläche wird in kleinere Partitionen abgeteilt. Das ist aufwendig. Hat aber den Hintergrund, dass die Gräser Ruhephasen haben. Dadurch regenerieren sie besser und bilden mehr Wurzeln aus. Durch ein verzweigteres Wurzelsystem bilden sich u.A. mehr Mykorrhiza - Pilze. Durch sie kann mehr CO₂ im Boden gebunden werden und dies trägt zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft bei.


Habt ihr Fragen?


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