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Stoff-Taschentücher - Waschen & wiederverwenden statt wegwerfen

  • Autorenbild: Kieselstein (Stefanie Kießling)
    Kieselstein (Stefanie Kießling)
  • 27. Apr. 2023
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. März

Privater Mehrweg + Geldspar-Hack

ursprünglich 2015 Taschentücher braucht man das ganze Jahr über. Die einen nur bei einer Erkältung im Winter, die anderen permanent wegen Pollenallergie.

Einwegtaschentücher mit Plastikfolie

Meist stecken zehn gebleichte Taschentücher fein säuberlich in einer Folienverpackung, als 18er Pack oder Großpackung durch eine weitere Folie zusammengehalten. Benutzt landen die Taschentücher im Restmüll. Die Folie kommt zum Downcycling oder zur Verbrennungsanlage. Die Herstellung von Hygienepapier belastet die Umwelt stark. Sie benötigt viel Holz, Energie und Wasser und führt zur Einleitung gefährlicher Stoffe in Gewässer,“ sagt dazu das Bundesumweltamt. Geht es auch eigentlich ohne Restmüll? Ja, eigentlich schon.


Waschbare Taschentücher kaufen

Es gibt wiederverwend- und waschbare Taschentücher aus Stoff (Reusing). Diese werden immer mal wieder in Supermärkten günstig angeboten. Heute gesehen: 10 Stück für 1,99 Euro (2015). Verpackung inklusive, kein fairer oder ökologischer Anbau. Immerhin aber wiederverwendbar. Hochwertige Leinentücher mit wenig Verpackung gibt es z.B. 3 Stück für 14,99. Ergo: Hochwertige, fair und nachhaltig produzierte „Schnüffeltücher“ kosten dementsprechend mehr. Wenn man Allergiker ist oder mit kleinen Kindern zusammenlebt, braucht man davon eine ganze Menge. Als Familie erst recht, denn hier ist nicht jeder schön der Reihe nach krank. Je nachdem, welche man nimmt, kann es also ziemlich kostenintensiv werden. Das ist ein Grund, der uns auch lange davon abgehalten in Taschentücher zu investieren.


Geldsparen - Taschentücher aus alten Klamotten und Stoffen schneiden

Wer sagt eigentlich immer, dass man alles neu kaufen muss?

Wir haben upgecycelt. Wir nahmen dazu alte Klamotten und Bettzeug. Das spart Geld & Ressourcen.


So macht ihr eure Stofftaschentücher selbst:

Wichtig: Als erstes den Riechkolbentest machen und schauen, welcher Stoff der empfindlichen Haut eurer Nase schmeichelt. Ihr wollt sie ja nicht peelen.

Die weichsten Stoffe nutzten wir und natürlich reine Naturfasern, denn sonst entsteht ja wieder Mikroplastik beim Waschen.

Danach entscheidet ihr euch, wie groß die Taschentücher sein sollen. Wir haben sie in unterschiedlichen Größen, weil wir die optimale Größe herausfinden wollten. Die meisten gekauften sind eigentlich zu groß. Vielleicht hat man die größer gemacht, damit man auch unterwegs sich die Nase mehrfach abwischen konnte? Ich weiß es nicht.

Wir mögen sie lieber kleiner - sprich 15x15 oder 20x20. Wir bevorzugen es außerdem, sie nur einmal zu benutzen und haben auch unterwegs i.d.R. ausreichend dabei. Das klappt gut.

Anfangs habe ich mir beim Nähen viel Arbeit gemacht. Ich habe die Stoffe doppelt genommen und die Ränder fein säuberlich umgenäht.

buntem selbstgenähte Stofftaschentücher

Mittlerweile sparen wir uns einmal Umnähen und legen zwei gleichgroße, auch mal verschieden farbige Stoffe aufeinander, nähen sie zusammen und versäumen sie. Wer hat, nimmt einen Overlockstich. Theoretisch geht das auch einlagig, schneller und sicherlich noch schöner. Schneller und schöner hängen von mir ab und dem vorhandenen Stoff, einlagig aber vom Papa unserer Familie. Der ist mittlerweile anspruchsvoll. Er will sie dick und damit besonders weich haben, also doppellagig und mit einem Arbeitsschritt mehr. Die Kinder halten zum Papa, weil die „so schön weich sind“.


Werde zum Dealer, wenn du nicht nähen kannst!

Wer keine Nähmaschine zur Verfügung hat, muss aber nicht zwangsläufig den Geldbeutel zücken. Es besteht wieder einmal die Möglichkeit zu dealen. Ihr habt keine Nähmaschine? Dann leiht sie sich eine bei Freunden, Verwandten oder Bekannten aus. Als Gegenleistung können Sie ja auch mal etwas von sich ausleihen oder Sie spendieren einen leckeren Kuchen als Dankeschön oder sind irgendwo behilflich. Das Gleiche ist eine Option, wenn man nicht nähen kann. Freunde, Kurse oder Youtube machen es möglich und ich kann das bestätigen. Will man aber nicht nähen, dann kann man als Deal ja beispielsweise je nach Fähigkeiten z.B. die Steuererklärung übernehmen, Unkraut jäten, Babysitten oder das Fahrrad wieder fit machen.


Seit 2022 ist alles anders: Taschentücher ohne Nähen

Die Taschentücher nehme ich mittlerweile nur noch einzeln und nähe auch kaum noch um. Damit sich die Stoffe nicht auftrennen, benutze ich eine Zickzackschere.

Ich sehe das mit 3 Kindern nämlich so: Es sind nur Taschentücher zum Naseputzen. Wer alles chic haben will und gerne näht, macht das. Ich nicht mehr. Sie sehen auch nicht viel schlechter und sie sind einfach nur Taschentücher. Die Einweg - Papiertaschentücher sind optisch auch nicht der Burner.

Den Kindern ist es auch egal. Wenn man sie fragt, was weicher ist, dann bekäme man eine entsprechende Antwort. Also frage ich nicht mehr. Sie haben sich auch nicht beschwert und mein Mann auch nicht. Wenn sie sie luxuriöser und doppeltlagig haben wollten, haben sie ja auch Zugang zur Nähmaschine. Die beiden Teenager könnten das auch. Aber offensichtlich passt das auch so.


Unsere Stofftaschentücher-Routine

Wo kommen die Stofftaschentücher nach dem Benutzen hin?

In den ersten Wochen kamen die Taschentücher nach Gebrauch direkt in den Wäschekorb. Damit beim Wäscheaussortieren aber keiner mit den benutzen Schnüffeltüchern in Berührung kommt und sich möglicherweise ansteckt, kommen sie jetzt in einen Stoffsack und werden dort bis zum Waschen gesammelt. Das kann ein normaler Stoffsack sein - am besten mit dickerem Stoff z.B. Jeans oder ihr nutzt eine Wetbag, die man von Stoffwindeln oder Badesachen kennt.


Wie wäscht man Stofftaschentücher?

Kamen genug Taschentücher zusammen, gehen wir folgendermaßen vor: Wir stülpen den Stoffbeutel mit den Taschentüchern von außen nach innen direkt in die Waschmaschine. Auf dieser Weise muss man die Taschentücher nicht anfassen. War das verständlich oder soll ich dazu ein Video machen? Bitte in die Kommentare! Für unterwegs bietet sich eine selbstgenähte kleine Stofftasche an, um das Taschentuch sauber zu transportieren. Nach Benutzung kommt das Tuch dann wieder in die Tasche und dann in die Waschmaschine. Für mich haben aber anfangs nicht nur die Kosten gegen waschbare Taschentücher gesprochen. Letztere haben sich ja mit dem Selbermachen relativiert. Für mich blieb der hygienische Aspekt. Einwegtaschentücher sollen hygienischer sein.


Stofftaschentücher bei 60 Grad waschen

Wiederverwendbare Taschentücher sollte man bei 60 Grad oder mehr waschen. In der Regel reichen 60 Grad, was auch Energie sparender ist. Dazu geben wir wie bei den Stoffwindeln auch biologisch abbaubare Sauerstoffbleiche hinzu. Damit ist der hygienische Aspekt auch befriedigt.


Bei waschbaren Stofftaschentüchern seifenbasiertes Waschmittel ohne Mikroplastik verwenden

Wir haben zwar etwas mehr Wäsche, aber es ist nicht merklich mehr, so dass man von viell mehr Aufwand sprechen könnte. Anfangs verwendeten wir selbstgemachtes und dadurch extrem günstiges Kastanienwaschmittel mit Waschsoda. Mittlerweile haben wir ein komplett abbaubares, seifenbasiertes Waschmittel ohne für die Umwelt belastende Duftstoffe (oft schwer abbaubar, allergieauslösend und hormonstörend) und ohne Mikroplastik im Einsatz. Dies ist nicht teurer als herkömmliches und wird in einem Karton ohne Plastik verpackt.


Lufttrocknen ist am ökologischten

Wir haben mittlerweile keinen Trockner mehr. Dazu ist auch einfach kein Platz. Wir hängen sie einfach auf der Wäscheleine auf. Das spart zusätzlich Strom. Nach dem Trocknen kommen sie einfach ohne Zusammenlegen in die Schublade. Auch gebügelt werden sie bei uns nicht, weil das einfach nur Taschentücher sind. Zusätzlich zu bügeln ist aus hygienischen Gründen außerdem nicht nötig, verbraucht nur Strom und macht Arbeit.


Die Umstellung von Einweg- auf Mehrweg-Taschentücher - so lief es ab!

Wir sind nach wenigen Wochen komplett auf Stoff-Taschentücher umgestiegen. Nach einem Jahr hatten wir genug Taschentücher beisammen, so dass wir keine Papiertaschentücher mehr brauchten. Ich fand es schwierig abzuschätzen, wieviel man braucht. Das hängt davon ab, wie stark man erkältet ist, wieviele Personen gleichzeitig und wie oft man waschen kann. Ich habe jetzt genug zusammen, dass alle gleichzeitig mit Grippe flachliegen können und keiner krank waschen muss, weil die Taschentücher ausgegangen sind. Das ist perfekt.

Mit der Sammelroutine in der Tasche klappte das auch recht gut. Die hängt am Türknauf in der Küche. Für Notfälle oder Besucher* habe ich aber immer noch eine Packung Papier-Taschentücher zu Hause.


Einweg-Taschentücher mit weniger Müll kaufen

Auch bei Einwegtaschentüchern kann man auf weniger Müll achten. Man muss ja nicht die in vielen kleinen Plastikfolien verpackten Taschentücher nehmen. Es gibt sie auch in Papierspendern. Leider ist bei der Öffnung oft unnötig Plastik im Spiel oder es ist ein Sichtfenster vorhanden, das den Füllstand der Packung ersichtlich machen soll. Man muss diese also für das Recycling auseinander nehmen.

Update 2022: es gibt mittlerweile immer mehr, die komplett aus Karton sind und plastikfrei.


Einweg-Taschentücher mit dem "blauen Engel" senken den C02-Fußabdruck

Es gibt aber auch Taschentücher, die mit dem „blauen Engel“ - Siegel ausgezeichnet sind. Diese bestehen ausschließlich aus Recyclingkarton, die Taschentücher sind nicht gebleicht und auch aus Recyclingpapier hergestellt worden. Nicht jeder Laden führt sie, aber die meisten Drogerien. Man stürzt sich dafür auch nicht in Unkosten. Diese Taschentücher empfiehlt auch das Bundesumweltamt: „Durch den Einsatz von Altpapier und beste verfügbare Techniken bei der Produktion von neuem Papier können diese Umweltbelastungen stark reduziert werden.


So viel könnt ihr durch Recycling-Taschentücher sparen

--in Zahlen laut UBA (Umweltbundesamt)-

  • 78 Prozent Wasser

  • 68 Prozent Energie

  • 15 Prozent ⁠CO2⁠-Emissionen.

Auch die Verbraucherzentrale rät, bei Taschentüchern auf die Rohstoffe zu achten. Schließlich seien die Fasern mit dem Wegwerfen für den Papierkreislauf verloren. Denn Taschentücher gehören nach benutzen in die Restmülltonne und nicht ins Altpapier.


Stofftaschentücher: Weniger Restmüll, weniger Einsatz von Ressourcen

Weitere Vorteile: es entsteht kein Restmüll. Die Papiertaschentücher müssen nicht dauernd neu produziert werden. Die Herstellung passiert auch unter Chemieeinsatz, der die Gewässer belastet.

Wir dagegen verwenden Stoffe wieder, die sonst weggeworfen worden wären, weil das Bettlaken z.B. Löcher hatte (Reusing).

Es muss als Energie also nur die Stromversorgung der Nähmaschine gerechnet werden, sowie das Waschen. Mittlerweile prodizieren wir mehr Strom auf dem eigenen Dach als wir verbrauchen können. Teilweise können wir ihn speichern. In manchen Monaten kaufen wir Ökostrom von einem Stromanbieter zu, der auf 100% Solarenenergie setzt inklusive dynamischen Stromtarif.

Wir gehen davon aus, dass unser abbaubares Waschmittel weniger belastend für die Umwelt ist, als die bei der Herstellung eingesetzten Chemikalien. Des weiteren müssen sie nicht entsorgt werden (Energieaufwand für Müllabfuhr). Sie müssen nicht zum Geschäft transportiert werden (Distributionswege) und dort abgeholt werden. Über einige Jahre hinweg machen sich die wiederverwendbaren Taschentücher bezahlt und man spart Geld. Das hängt natürlich davon ab, wie hoch der Verbrauch an Taschentüchern generell ist und wie hoch der Anschaffungspreis war.


Der Bedarf an Papier ist größer als an Rohstoffen nachwachsen kann

Mit Ausnahme der Recyclingtaschentüchern hat man bei Wegwerftaschentüchern noch den Aspekt, dass Wälder abgeholzt werden. Diese können nicht so schnell aufgeforstet werden, da der Verbrauch zu hoch ist. Mit unserer Entscheidung für Stofftaschentücher gehen wir offensichtlich mit der Empfehlung der Verbraucherzentrale konform. Diese empfiehlt als Alternative Stofftaschentücher. Auch nach mehr als 10 Jahren Stoff-Taschentuch-Nutzung würde ich sagen: das war eine gute Entscheidung. Es lohnt sich.

Habt Ihr Erfahrung mit Stofftaschentüchern? Dann berichtet uns doch!


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Backen ohne Müll

Hier findest Du auch ein Rezepte, wie du Orangenschalen verwerten kannst - natürlich auch die Schalen von Zitronen oder Mandarinen. Daraus kannst Du Orangeat oder Zitronat (für Stollen), Backaroma oder Orangenaroma herstellen.


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