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Wie entsorgt man Windelvlies?

Entsorgung: Dürfen Windelvlies und Feuchttücher in die Toilette?

- Oder ein Klo ist keine Mülltonne -

In einem unserer letzten Posts haben wir über ein halbes Jahr mit Stoffwindeln berichtet und erwähnt, dass mit Anfang der Beikost oft Windelvlies benutzt wird - in der Wegwerf- oder der waschbaren Variante. Muss zwar nicht zwingend sein, aber das Wegwerfwindelvlies wird meist genutzt. Allerdings scheiden sich da die Geister, ob die Wegwerfvariante tatsächlich wie Klopapier in der Toilette entsorgt werden darf oder nicht. Deshalb sind wir der Frage nachgegangen und haben mit Heinz Lanner vom Bruckmühler Klärwerk gesprochen.

Darf Windelvlies nun in die Toilette?

Nein, und zwar ein ganz klares Nein. Windelvlies wickelt sich um die Laufräder der Pumpen im Kanal und die fallen dadurch aus. Die Pumpwerke leiten das Abwasser zu den Klärwerken, wo es wieder aufbereitet wird. Fallen die Pumpen aus, dann kann man sich ja die Konsequenzen vorstellen. Deshalb muss schnell gehandelt werden und zwar auch nachts, am Sonntag oder an Weihnachten. Ein Alarmsystem benachrichtigt die Mitarbeiter, die allein in unserer Marktgemeinde in Bruckmühl zwei bis drei Mal im Monat ausrücken müssen und zwar zu zweit. Sie sind für insgesamt 26 Pumpwerke zuständig. Ist eine Pumpe ausgefallen, muss sie ausgebaut werden. Dazu ist es oft nötig ganze Straßen abzusperren. Ein solcher Einsatz dauert ca. 3 Stunden und kostet zusätzlich ca. 300 Euro. Die Einsätze nehmen zu und damit auch die Kosten und die zahlt indirekt natürlich der Verbraucher.

Das Problem bei Windelvlies ist, dass es im Gegensatz zu Toilettenpapier sehr reißfest ist. Es zersetzt sich also schnell nicht und wenn es sich dann um die Pumpen wickelt, kommen diese zum Stehen und können diese nicht mehr arbeiten.

Eine solche Sauerei sieht dann so aus:

Ein Haufen, der einen halben Meter hoch ist und 2 Meter breit und lang an verschlackten Tüchern. Dazwischen eine Mistgabel. Sie liegen auf der Straße.
Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Marktes Bruckmühl

Schuld an den häufigen Einsätzen ist aber nicht alleine das Windelvlies. Es wickeln im Verhältnis ja relativ wenige Menschen damit. Problematisch sind auch die Feuchttücher. Sie sind ebenfalls reißfest und machen einen großen Anteil aus. Aber es wird auch immer mehr Müll, der ganz offensichtlich in die Restmülltonne gehört über die Kanalisation entsorgt: Zigarettenkippen, Damenbinden, Kondome, Tiereinstreu, Verpackungen etc.

Also: Benutzt man so etwas, dann ab in die Restmülltonne damit!

Popodusche und Toilettenpapier

Popodusche und Toilettenpapier aus dem Unverpackt-Laden

Beim Windelvlies gibt es die waschbare Variante oder man nimmt gleich keines.

Feuchttücher: Den Babypopo bekommt man ganz ohne Babyfeuchttücher mit reizenden Duft- und Konservierungsstoffe einfach mit einem feuchten Lappen sauber, bei Bedarf mit etwas Öl oder auch zur Not denkbar: Toilettenpapier anfeuchten, bei Bedarf Öl hinzufügen. Toilettenpapier bekommt man in recyclingfähigen Papier statt in Wegwerfplastikverpackung beim Unverpackt – Laden, im Unverpackt-Laden oder online. CO2 neutral produziert und Cradle to Cradle zertifiziert (mehr).


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