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Einkaufen im Unverpackt - Laden

- OHNE in München 2016 -

(Werbung -ich habe für diese Reportage keine Vergütung erhalten. Ich habe sie rein aus Interesse für uns und euch erstellt. Der hier ausgesuchte Unverpackt-Laden war einer der ersten seiner Art und für mich erreichbar. Deshalb ist er es geworden, stellvertretend für andere ) Es gibt immer mehr Unverpackt-Läden.

Anmerkung 2023: Es gab zwischenzeitlich in fast jeder größeren Stadt einen. Mittlerweile sieht man aber, dass immer mehr wieder zu machen.

Das macht das Müllsparen ungemein einfacher. Nur leider haben wir keinen in unserer Gegend. Der nächstgelegene ist in München und eine Autostunde von uns entfernt und mit dem Zug sind es eineinhalb Stunden mit der besten Anbindung. Wir müssen also vor Ort kaufen, was wir lose bekommen, alle paar Monate die Mühle besuchen und ansonsten einmal im halben Jahr online bestellen. Das machen wir mit Freunden und Verwandten in einer lockeren Einkaufsgemeinschaft. Damit können wir Großgebinde in Papier erwerben, bekommen bessere Preise, müssen weniger lagern, haben weniger Zeitverlust, Fahrtkosten und 80-90% weniger Verpackung, was gleichzeitig eine bessere Energiebilanz ergibt. Vor einigen Wochen hat der Unverpackt-Laden "Ohne" in München in der Schellingstraße aufgemacht. Wir haben schon einiges über Unverpackt-Läden im Allgemeinen gehört. Die Meinungen waren sehr gemischt: Von teuer bis Bioladenpreise, von kalt und ungemütlich über wenig Kunden bishin zu Läden, die überlegen eine Zweigstelle aufzumachen. Es scheint also, wie bei vielen kleinen Einzelhändlern auch, auf die Inhaber anzukommen und nicht auf die Ladenart. Ist ja beim Friseur auch so. Deshalb waren wir sehr gespannt, was uns dort erwarten würde. 9:15 Uhr, ein regnerischer Tag zentral in München Von außen ist der "Unverpackt-Supermarkt" sehr schlicht gehalten. Keine grellen Farben oder Werbung und auch innen ist es so gehalten.

Blick in den Unverpacktladen Ohne in München. Es sind zwei Kühlschränke mit Milchprodukten, teilweise vegan, zu sehen. Klopapier ist aufgestapelt in einem Eck. In der Mitte steht ein Tisch mit Blechdosen, diversen Shampoobars, Rasierseifen etc und Strohhalmen aus Edelstahl. Es ist auch ein Regal zu sehen mit einer Frenchpress, Seifen, Luffaschwämmen etc

Schlicht, klar, hell, minimalistisch, aber trotzdem gemütlich. Der Laden hat Atmosphäre, nicht zuletzt weil jeder Kunde von Inhaberin Hannah Sartin mit einem gutgelaunten "Guten Morgen" begrüßt wurde. Hier ein Foto mit Hannah Sartin von "Ohne" (rechts) und mir:

Stefanie Kießling links von der www.zerowastefamilie.de und Hannah von Ohne

Gleich rechts neben dem Eingang steht eine Waage. Hier wiegt man die mitgebrachten Gefäße als erstes und notiert mit einem wasserlöslichen Stift das Gewicht. Damit spart man die Etiketten, die Restmüll wären. Hat man keine Gläser oder Beutel dabei, stehen in der Mitte des Raumes einige Behälter zum Kauf bereit. Gläser in verschiedenen Größen mit Schraubdeckel, Bügel- oder Weckgläser. Auch Edelstahldosen und Flaschen sind hier zu finden. Nun kann man sich aus Bain Maries

Bon Maries, in denen Nudeln drin sind.

oder Spendern abfüllen.

Diverse Spender aus Glas und Holz in einem u-förmigen Regal eingebaut. Darunter stehen Mehrwegflaschen

Die Spender hat Hannahs Mann Carlo selbst designt. Die meisten Spender, die man von Unverpackt-Läden kennt sind aus Plastik gefertigt. Das kam nicht in Frage, schließlich leben und lieben die beiden Zero Waste. Die Spender sind nun aus Holz und Glas gefertigt. Unten ist ein Hebel, den man nach oben und unten bewegen kann. Dadurch löst der Mechanismus aus und das gewünschte Lebensmittel rieselt in den Behälter. Durch das glänzende Glas sieht der Laden sauber und stylisch aus, das Holz gibt einen gemütlichen Touch. Aus ganz Deutschland kommen mittlerweile Kaufanfragen zu diesen patentierten Spendern.

Spender in der Detailansicht im Unverpackt-Laden Ohne in München. Darin sind u.B. Erbsen, rote Linsen, Kidneybohnen und Nüsse

Hier kann man sich vor allem trockene Grundnahrungsmittel abfüllen. Diverse Nudeln, Flocken, Müsli, Cornflakes und Hülsenfrüchte, aber auch Essig & Öl sowie Gin oder Vodka.

Essig- und Ölspender aus Edelstahl und Glas

Alles in Bioqualität und möglichst aus der Region. Die Belugalinsen wurden im Chiemgau angebaut und die Nudeln in der Region gefertigt. Die regionalen Lebensmittel sind teilweise etwas teurer als in einem Durchschnittsbioladen, dafür stammen sie von kleinen Händlern aus dem Umkreis, was die CO2-Bilanz noch einmal verbessert. Einige wenige Spender sind noch leer, da können sich die Kunden wünschen, was sie noch brauchen.

Tee in großen, verzierten Blechdosen. Darunter Fertigkuchenmischungen zum Backen in einer Milchpfandflasche. Es sind Eier lose zuum Verkaufs zu sehen. Sowie Weckgläser mit Konserven

Tee findet man in schönen Blechdosen, Gewürze ebenso, Zahntabletten, Kakao und Natron füllt man sich so viel ab, wie man benötigt, genauso das Wasch- und Spülmittel, die Flüssigseife oder den Allzweckreiniger. Auch Naschkatzen kommen auf ihre Kosten. Nicht nur beim Kuchen, sondern auch bei Keksen, Schokolade, Gummibärchen und süßen Kugeln.

Theke mit Brot, süßem Gebäck und Belchdosen. Auf der Theke stehen Gläser mit Leckereien wie Keksen. Alles ist in weiß und hellem Holz gehalten. Werbung mit Sanchwiches für 3,90 sind zu sehen.

Wer es gesünder mag, bedient sich beim Obst und Gemüse von Etepetete. Das ist gerettetes Biogemüse mit kleinen Schönheitsfehlern. Das würde im Normalfall vernichtet oder bestenfalls zur Energiegewinnung zweckentfremdet werden. Das Gute daran ist, dass man auch reife Bananen bekommt für veganes Eis etc. sofort bekommt und nicht warten muss bis sie nachreifen:-). Für den feinen Gaumen sind auch die Wildkräuter etwas, die von Hand gepflückt werden. Fleisch und Käse ist nicht im festen Sortiment. Dafür gibt es immer wieder

Gemüseabteilung im Unverpackt-Laden von ohne. Das Gemüse liegt in Holzsteigen, die in Holzregalen stehen. Auf Tafeln ist mit Kreide der Preis etc. angeschlafen. Rechts daneben sieht man eine Waage.

Käseaktionen. Hier kommt ein regionaler Käser vom Ammersee, der seinen Bio-Käse ohne Folie direkt ins Glas anbietet. Dieser kann sämtliche Fragen zur Herstellung, Qualität oder Verwendung beanworten und auch erklären, was Katzenfell beim Käse ist. Hätten Sie das gewusst? Auch abgesehen davon schmeckt er hervorragend.

Regal mit Tassen, Seifen, Luffaschwämmen, Mehrweg-Kaffebechern, Frenchpress im unverpackt-Laden Ohne in München, Schellingstraße

Bei Ohne gibt es aber auch viele "Non-Food"-Artikel. Nicht nur die genannten Gläser, sondern auch Zahnbürsten, Zahnseide, Ruby-Cups (Menstruationstasse statt Tampons), Ohrstäbchen, cradle to cradle Toilettenpapier auf der Rolle oder im Einzelblatt-Pack, diverse Seifen (Shampoo, Peeling, zum Rasieren und für die Hände), Stofftaschentücher- und -Servietten, wiederverwendbare und bruchsichere Edelstahl-Strohhalme, Trinkflaschen und Brotzeitdosen. Alles Helferlein, um Müll einzusparen. Fazit: Im Endeffekt gibt es bei "Ohne" die Grundausstattung für ein müllreduziertes Leben. Die Preislage bewegt sich dabei im Mittelfeld der Münchner Bioläden. "Ohne" hat viel Flair und eine angenehme und fröhliche Atmosphäre und das trotz des Regentages. Bei unserem Besuch haben wir gemerkt, dass Hannah Sartin und ihr Team ihren Traum leben. Der Laden war recht gut besucht und es kamen schon einige Stammkunden, aber auch einige, die zum ersten Mal diese recht neue Art von Laden besuchten, wie wir. Wenn man sich entschließt einen unverpackt-Laden zum ersten Mal zu besuchen, dann nehmen Sie sich Zeit! Es gibt viel zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Für uns ist der Laden für den täglichen Einkauf leider zu weit weg. Allerdings ist er eine Option dafür, sich haltbare Sachen auf Vorrat zuzulegen, wenn wir die Anfahrt mit einem Ausflug verbinden und anderen etwas mitbringen oder uns mitbringen lassen (Einkaufsgemeinschaft). Haben ihr einen "unverpackt" - Laden zum Einkaufen vor Ort? Wie zufrieden seid ihr damit?

Update Juni 2017: Es werden immer mehr Läden dieser Art. Mittlerweile haben wir sogar einen in Rosenheim, was wesentlich näher für uns ist. Allerdings ist das auch noch nichts für den täglichen bzw. bei uns eher wöchentlichen Einkauf. Man merkt nun aber auch Tendenzen bei einigen Ladenketten. Sie haben Pilotprojekte in einzelnen Städten gestartet mit Spendern, die zumindest die grundlegendsten Lebensmittel wir Mehl, Zucker oder Flocken abdecken. Sie werden als kleiner Zusatz in den großen Ketten getestet. Vielleicht setzt sich das ja bald durch, so dass es für jeden möglich ist, vor Ort größtenteils verpackungslos einzukaufen. Eine Vision für die Zukunft :-).

Update 2022: Wir hatten zwischenzeitlich sogar einen in Bad Aibling. Beide haben zu gemacht. Der nächste Unverpackt-Laden wäre also wieder in München. Das können wir hier ab und an mit der Arbeit verknüpfen. Aber das muss gut geplant sein.


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