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Zero Waste Haarpflege


Feste Haarpflege in unterschiedlichen Formen und Farben

Haare Waschen

Wie bekommt man das ohne Verpackung oder zur Not recycelbar hin? Wie kann man es selber machen und was ist, wenn ich keine Lust auf Selbermachen habe? Gibt es dann Alternativen? Ja, die gibt es.

Abfüllen lassen: Wenn Ihr einen Unverpackt-Laden vor Ort habt, kann es sein, dass der auch flüssiges Shampoo zum Abfüllen führt. Das kommt auf die einzelnen Läden und es lohnt sich nachzufragen. In unseren Einkaufszentren im Landkreis, egal ob bio- oder konventionell, bekommen wir kein Shampoo zum Abfüllen. Es gibt allerdings einen Friseur, der das anbietet. Aber mir ist das trotzdem zu weit weg und das Shampoo hat leider Duftstoffe, was mir nicht zusagt.

Das Angebot einer Abfüllstation hängt von Landkreis zu Landkreis ab. Vielleicht habt ihr ja eine Möglichkeit vor Ort. Dann schreibt mal gerne in die Kommentare wo das ist. Das hilft nämlich vielleicht auch anderen. Mit Seife Haare waschen Man kann auch mit Seife die Haare waschen. Theoretisch sogar mit jeder. Mittlerweile gibt es für jeden Haartyp eine Haarseife mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Ihr müsst selbst entscheiden, welche Inhaltsstoffe ihr drin haben wollt, vegan, welche Duftnote oder sogar ohne, wieviel Prozent Ölgehalt etc. Aber denkt daran: nur weil es ein Haarseife ist, ist sie nicht automatisch super oder besonders ökologisch. Die Inhaltsstoffe machen es aus. Einige sind sehr aggressiv, allergieauslösend und einige Duftstoffe sind auch Hormonstörer. Wenn Ihr Euch da nicht so gut auskennt, empfehle ich Euch die Toxfox- oder die CodeCheck -App. Beide könnt Ihr kostenlos auf das Handy herunterladen und den Barcode scannen. Dann wird Euch angezeigt, ob bedenkliche Substanzen darin sind.

Anfangs habe ich reine Alepposeife verwendet. Die Haarseifenstücke bekamen wir mit kleiner Papier-Banderole im Bioladen. Aber auch Drogeriemärkte führen sie mittlerweile und auch ein paar Großsortimentler, dann meist im Karton, der aber immerhin komplett recycelbar wäre.

Shampooseifen in unterschiedlichen Formen und Farben

Es lohnt sich auch einen Blick auf Seifenmanufakturen zu werfen. Manche stellen sie z.B. duftstofffrei her oder sie eignen sich für die "Curly girl" - Methode. Wer wirklich gar nichts vor Ort finden sollte, wird auch über das Internet einen Treffer landen. (Siehe auch online einkaufen) Die Seife auftragen kann man auf unterschiedliche Weise: Einerseits kann man die Hand einseifen und den Seifenschaum auf die Haare geben oder - und das finden wir die einfachere und weniger umständliche Variante - einfach den Seifenblock auf das nasse Haar reiben und verteilen.

Achtung: Saure Rinse! Aber (und das ist ganz wichtig, wenn ihr hinterher nicht aussehen wollen wie ein zotteliger Straßenköter und die Haare sich nicht unangenehm anfühlen sollen): Nach der Haarwäsche mit Seife muss eine saure Rinse oder saure Spülung gemacht werden. Das macht man entweder mit Essig oder und das empfehlen wir, weil wir den Essiggeruch nicht mögen, mit Zitronensaft. Den Essig oder den Zitronensaft sollte man mit Wasser verdünnen. Damit spült ihr hinterher das Haar durch. Dadurch wird die basische Seife neutralisiert und die Haarstruktur wird glatt. Wie stark man verdünnen muss, hängt von der benutzen Seife und Ihrer Haarstruktur ab. Als Beispiel: die Mama hat dickes und üppiges langes Haar bis zu den untersten Rippen. Dafür nimmt sie einen halben Liter Wasser und eine halbe Zitrone. Am besten sollte das Wasser kalt sein, weil sich die Haare dann schön schließen. Bei Euch kann es anders aussehen. Ihr werdet es merken, wenn sich die Haare nicht mehr speckig, sondern angenehm anfühlen, reicht die saure Spülung aus. Ansonsten braucht ihr noch etwas mehr.

Sind die Haare kürzer und dünner, brauchen ihr sicherlich weniger. Wo bekommt man Essig und Zitronen möglichst Zero Waste?

2 Zitronen

Den Essig bekommt man in Flaschen, in Bioqualität sogar in Pfandflaschen, teuer zum Abfüllen in Essig- und Ölläden, wer Glück hat in einem Unverpackt -Laden oder man macht ihn sich aus Apfelschalen und -kerngehäusen sowie Wasser selbst. (Rezept ansehen). Zitronen bekommt man einzeln und lose im Bioladen und in guten Supermärkten. Den Saft gibt es in manchen Bioläden auch in der Pfandflasche z.B. von Völkel. Wir nehmen eine normale Zitrone und nutzen sie für weiteres: Ideen für die Weiterverwertung der Zitronenschalen: 1. Die gelbe Schale wird abgehobelt (vor der weißen Haut stoppen) und kommt als Backaroma ins Gebäck. Braucht man es gerade nicht, lässt man es an der Luft, in der Sonne, auf der Heizung oder auf dem Kachelofen trocknen, füllt es in verschließbare Gläser ab und verwendet es, wenn benötigt. Mit dem Rest der Schalen kann man des weiteren die Waschbecken oder die Badewanne im Bad putzen. Die Säure löst den Kalk. Hinterher abspülen oder feucht nachwischen und trocken reiben. Schon blitzt alles. 2. Oder man aromatisiert damit seinen Essig und stellt sich dadurch einen Zitrus-Essigreiniger mit fruchtiger Note her. Die Zitronenschale wird dazu für 1 bis 2 Wochen zum Essig gegeben. Beim Haarewaschen hat man nicht gleichzeitig mehrere Zitronenschalen zur Verfügung, wie auf dem Bild gezeigt: aber das ist egal. Man kann sie auch nach und nach zugeben. 3. Die Zitronenschalen mit in den Geschirrspüler zu legen für einen guten Duft und mehr Glanz. Nach all diesen Weiterverwendungsmöglichkeiten werden die Schalen kompostiert. Vorteile der Seife: Der Vorteil der Seife ist: Sie ist ein Konzentrat und sehr ergiebig. Sie ist wesentlich ergiebiger als ein flüssiges Shampoo, da sie ohne Wasser und übrigens auch ohne Konservierungsstoffe auskommt. Preislich kann man sie schlecht vergleichen, weil die Inhaltsstoffe oft nicht 1:1 umgesetzt werden. Ich würde aber sagen, dass man in der Regel vom Preis her auf das gleiche herauskommt.

Man kann sie sowohl zum Händewaschen, zum Körperreinigen, meist auch zum Rasieren und im Notfall für selbstgemachtes Waschpulver verwenden, falls sie einem nicht zugesagt hat.

Shampooseife alias Shampoobar alias Shampooriegel alias festes Shampoo

Festes Shampoo für fettiges und trockenes Haar im Karton und lose

Das ist die einfachste Methode. Unter diesen vier Begriffen findet man ein Shampookonzentrat. Es sieht aus wie ein normales Stück Seife, weist aber alle Inhaltsstoffe eines Shampoos auf bis auf Wasser, Silikone und Konservierungsmittel. Hier braucht man keine sauere Rinse! Die Shampoobars gibt es für alle Haartypen, mit gängigen bis ausgefallenen Pflegestoffen, mit und ohne Duft, in Bioqualität oder konventionell, vegan bzw. ohne Tierversuche. Wo bekommt man Shampoobars? Unser Bioladen vor Ort führt den Shampooriegel in einer kleinen Plastikfolie. Das ist insgesamt weniger Verpackung als die eines Shampoos und noch dazu reicht ein Shampoobar für je nach Größe zwischen 60 und 70 Haarwäschen. Ist also wesentlich ergiebiger als ein flüssiges Shampoo. Shampoobars bekommt man auch bei Lush, in Drogeriemärkten und manchen Apotheken, je nach Vorliebe für die Inhaltsstoffe. Regionale Seifenmanufakturen sind außerdem eine Alternative. Auch das Internet bietet richtig tolle Shampoobars für jedes Haar, auch für Babys und auf Wunsch ohne Plastik und nur im kleinen Versandkarton verschickt (siehe Online einkaufen mit möglichst wenig Verpackung) Selbermachen: Natürlich kann man das Shampoo auch selbst herstellen. Im Internet findet man zahlreiche Anleitung, außerdem Bücher dazu (Ausleihen? Siehe auch "Mit der Bücherei Geld und Ressourcen sparen"). Shampoo Selbstherstellen ist nicht wirklich unser Ding. Man braucht viele Inhaltsstoffe, die man meist nicht zu Hause hat. Dann muss man recherchieren, wo man sie verpackungslos oder zumindest in recycelbarer Verpackung bekommt. Wenn man Pech hat, war das Rezept nicht zufriedenstellend. Wir wollen niemanden davon abhalten, aber deshalb kommen keine komplizierten Rezepte von uns. Nur ein einfaches: Wir machen ab und an ein Shampoo aus Kastanien selbst. Dazu braucht man Kastanien und Wasser. Im Endeffekt macht man es, wie das Kastanienwaschmittel. So geht es:

Glas mit Kastaniensud. Der Sud sieht leicht milchig aus und es schwimmen noch klein gekacjte Kastanienstücke darin

Fünf Kastanien in einem Beutel mit einem Hammer oder Stein auf einer bruchsicheren Unterlage kleinhacken. Den Beutelinhalt in ein Glas geben und mit Wasser auffüllen, so dass die Stückchen bedeckt sind. Zwei Stunden ziehen lassen, schütteln und durch ein Sieb abseihen. In den zwei Stunden haben sich die natürlichen Saponine der Rosskastanie gelöst. Das Wasser sieht nun trüb aus und schäumt ein klein wenig nach dem Schütteln. So soll es sein. Das gibt man statt Shampoo auf die Haare. Es langt für sehr lange Haare (bis ca. zur Taille) oder für zwei Haarwäschen. Hinterher ist eine saure Zitronenrinse empfehlenswert. Nachteil: Man braucht Vorbereitungszeit, muss also planen. Es ist im Kühlschrank nur ca. 2 bis 3 Tage abgeseiht haltbar. Danach kippt es. Kastanien sind nicht das ganze Jahr verfügbar. Man kann sie allerdings im Herbst sammeln, trocknen und hat sie dadurch das ganze Jahr. Beim Trocknen sollte man die Kastanien nur in dünnen Lagen luftdurchlässig lagern und immer wieder wenden, damit sich kein Schimmel bildet. Sind sie trocken kann man sie z.B. in Körben lagern. Vorteil: Die Kastanien sind eine tolle Pflege. Die dicken, lockigen und üppigen langen Haare von mir sind damit sehr angenehm und glänzend geworden. Der Kostenaufwand ist gering, da man Kastanien gratis sammeln kann. Oder Ihr versucht mal die Variante in Verbindung mit Resteverwertung: Shampoo aus Avokadokernen. Für trockene Haare war das allerdings nicht sehr überzeugend. Sie haben eher nachfettende Haare? Ein Versuch ist es wert: zur Anleitung No Poo - Methode No Poo, ein Wortspiel aus "kein Shampoo" und "kein unangenehmer Geruch". Hierbei wäscht man die Haare nur mit Wasser. Das braucht Umstellungszeit. Die Haare sehen anfangs fettig aus. Mit der Zeit gibt sich das allerdings. Wichtig ist dabei, dass man intensiv bürstet. Die Regel der Oma "mit 100 Bürstenstrichen am Tag" wird das Haar schön, bekommt dabei eine neue Bedeutung. Man kämmt von der Kopfhaut aus bis in die Spitzen und verteilt damit den Talg bis in die oft trockenen Enden. Die Umstellungszeit kann schon etwas heftig sein. Das Haar glänzt speckig und ist fettig. Manchmal kommt es sogar zu Juckreiz und unangenehm riechender Kopfhaut. Trockenshampoo aus Roggenmehl: Abhilfe kann zwischenzeitlich ein Trockenshampoo aus Roggenmehl verhelfen. Roggenmehl bekommt man offen z.B. in einer Mühle. Man gibt eine kleine bedeckte Handfläche voll ins Haar und bürstet das Mehl gründlich aus. Das Roggenmehl verbindet sich mit dem Talg des Haares und so sieht es wieder sauber aus. Die Bürste muss gut gesäubert werden, manchmal hinterher auch der Boden. Für Menschen mit Zöliakie ist das definitiv nichts. Man kann als Alternative aber auch Heilerde verwenden. Manche nehmen sogar Kakao. Ich mag Trockenshampoo nicht. Bei meinen langen, vielen und dicken Haaren habe ich das Gefühl, dass ich das Pulver nicht mehr herausbekomme. Das müsstet ihr selber ausprobieren, ob das für Euch passt. Vor- und Nachteile der No Poo Methode: Hat man die bis zu einigen Wochen dauernde Umstellung auf No Poo geschafft, sollte man nicht so schnell wieder auf ein herkömmliches Shampoo zurückgreifen. Meist muss man dann nämlich von vorne anfangen. Manche Menschen, die Probleme mit der Kopfhaut haben oder gar Neurodermitis oder Schuppfenflechte, berichten von einer Besserung bei dieser Methode. Bei einem Familienmitglied bei uns trat da tatsächlich eine deutliche Besserung auf. Das ist allerdings nicht für jede Person etwas. Wann soll man das im normalen Berufsleben machen ohne mit fettigen Haaren ins Büro zu kommen? Außerdem ist das auch eine Geschmacksfrage. Das Ritual, die Gewohnheit, der Duft und das eigene Befinden können dabei eine Rolle spielen - muss aber nicht. Natron + Heil-/bzw. Lavaerde Zum Haarewaschen kann man außerdem Natron oder Heil-/bzw. Lavaerde verwenden. Beides braucht hinterher eine saure Rinse. Diese Möglichkeiten haben uns nicht sonderlich angesprochen. Von Natron rieten die Hairstylisten komplett ab. Außerdem wurde berichtet, dass nach längerer Verwendung die Haare kaputt wären, brachen oder ausgingen. Natron kam deshalb nie in Frage. Lava- und Heilerde kannte die Mama unserer Familie schon viele Jahre und versuchte es auch aktuell immer wieder. Aber: bei dicken, festen und durch Locken leicht trockenem Haar fühlten sich die Haare trotz saurer Rinse wie Stroh an. Möglicherweise ist das nichts für eine solche Haarstruktur. Des weiteren braucht man viel Wasser, um die Erde wieder aus langen Haaren herauszubekommen und die Badewanne musste auch ordentlich gespült und nachgewischt werden. Die Kinder wollten den "Schlamm" nicht auf den Haaren haben. Sie fanden das eklig. Ferner braucht Heil- und Lavaerde durch das Volumen eine relativ große Verpackung: Karton + und beschichtete Papiertüte (Verbundmaterialien sind nicht so leicht zu recyceln). Zum Abfüllen haben wir Heilerde bislang nicht gefunden. FAZIT: Als einfachste und schnellste Alternative zu Shampoos in Plastikverpackung können wir deshalb die Shampoobars empfehlen. Auch das Ergebnis war super. Kurze Vorbereitung braucht zwar auch die Haarseife mit der sauren Rinse, aber auch dieses Resultat war absolut empfehlenswert, wenn man die Richtige für die eigene Haarstruktur gefunden hat.


Spülung und Conditioner

runder Contioner und dahinter die Verpackung - ein Karton

Auch Spülungen und Conditioner gibt es in fester Form in unterschiedlichen Ausführungen. Übrigens auch für spezielle Wünsche wie bei der "Curly girl" Methode.

Als Spülungen kann man des weiteren Tees und saure Rinsen verwenden. Als Conditioner verwende ich persönlich nur etwas Shea Butter. Dazu verreibe ich etwas in den Händen und gebe es als Leave-in in meine Haare. Meine Haare sind lockig und daher auch tendenziell zu trocken. Aber dafür eignet es sich wunderbar. Shea Butter bekommt man in Drogeriemärkten und im Bioladen. Im Unverpackt-Laden konnte ich sie sogar im Pfandglas erwerben.


Grundsätzliches:

Unterschiedliche Karton mit festen Haarplegestücken: Conditioner, Shampoo und Seife

Tägliches Haarewaschen mit Shampoo ist nicht unbedingt gut für die Haare. Oft reicht es, wenn man mit Wasser täglich wäscht und nur 2-3 mal die Woche Shampoo verwendet.

Bei festen Shampoos neigt man dazu, zu viel davon zu verwenden. Denn oft schäumt es nicht so stark, da doch viele Anbieter auf mildere Waschsubstanzen setzen. Wenn die Haare beim Shampoobar plötzlich sehr trocken sind, kann es einerseits das falsche Mittel für Haare sein oder andererseits könntet ihr zu viel verwendet haben, es zu lange einwirken lassen haben.

Noch ein häufiger Fehler: Shampoos werden nur auf die Kopfhaut gegeben. Nicht in die Längen und Spitzen. Lasst Euch dazu gerne von Eurem Hairstylisten beraten.

Welche Zero Waste Alternative verwenden Sie für Ihre Haare zum Waschen? Vielleicht verraten Sie auch, wie lange die Haare sind, ob sie trocken sind etc. und berichten uns über Ihre Erfahrungen!

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