Linux statt Windows: Dein PC ist kein Elektroschrott!
- Stefanie Kießling

- vor 22 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Wie man mit Linux Elektroschrott sparen kann
Habt ihr noch einen Computer mit Windows 10? Windows 10 wird nicht mehr upgedatet. Windows 11 ist nun das aktuelle Betriebssystem von Microsoft. Auf geschätzen 240 Millionen PC läuft das aber nicht mehr, da die Geräteanforderungen zu hoch sind. Also müssen neue Computer angeschafft werden. Die alten kommen auf den Schrott!
Stopp! Tut das nicht! Die Lösung: Linux

Warum Linux?
✅ Kostenlos & Open Source
✅ Höhere Sicherheit & Privatsphäre
✅ Läuft schneller auf alter Hardware
✅ Aktiver Beitrag zum Umweltschutz (Zero Waste)
Linux bietet die Möglichkeit euren alten PC zu retten! Ihr damit spart Geld und Ressourcen. Ihr könnt mir später für diesen Tipp danken :). Erstmal zu den Hintergründen:
Warum braucht man jetzt Windows 11?
Microsoft hat die Updates für Windows 10 zum 14. Oktober 2025 eingestellt. Danach gibt es keine kostenlosen Updates mehr. Das bedeutet, man würde ungeschützt im Netz surfen - ein Einfallstor für Viren, Tojaner & andere Schadsoftware. Für Firmen wäre das der Supergau.
Die Computer funktionieren zwar weiterhin. Experten raten aber wegen der Sicherheitsrisiken davon ab!
Ihr könnt aktuell noch Windows 10 für ein Jahr mit dem ESU Programm (Extended Security Updates) sicher betreiben. Allerdings bekommt ihr dadurch keine neuen Funktionen mitgeliefert, sondern lediglich Updates für Sicherheitslücken. Das kostet euch 61 Dollar für das Jahr.
Microsoft schreibt dazu:
"Das ESU-Programm ermöglicht es PCs, nach Ablauf des Supports weiterhin kritische und wichtige Sicherheitsupdates über einen jährlichen Abonnementdienst zu erhalten."
Privatpersonen können das ESU- Programm für ein weiteres Jahr beziehen. Unternehmen, Institutionen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen um höchstens drei Jahre. (Quelle 2)
Keine Updates - wo ist das Problem?
1.) Windows 11 läuft oft auf älteren und leistungsschwächeren Geräten nicht. Für das neue Betriebssystem hat Microsoft die Anforderungen an die Hardware angehoben mit dem Wissen, dass viel Elektroschrott entstehen würde.
2.) Elektroschrott: ca. 240 Millionen PCs könnten wegen des Updates auf dem Schrott landen.
3.) Updates machen abhängig vom Konzern. Man muss erneut Geld ausgeben für die Software und für neue Geräte, um sie sicher nutzen zu können. Gibt es keine Updates mehr, ist man gezwungen auf die neue Software umzusteigen und gegebenenfalls neue Geräte zu kaufen. Da ist man mit 500 Euro locker dabei.
Software-Obsoleszenz sorgt für Elektroschrott
Was ist bitte jetzt das - diese Software-Obsoleszenz?
Software-Obsoleszenz bezeichnet den vorzeitigen Funktionsverlust intakter Geräte (z.B. Smartphone, PC).
Trägt die Software dazu bei, dass technisch einwandfreie Geräte nicht mehr funktionieren, spricht man in der Wissenschaft von Software-Obsoleszenz.
Heißt: Das Gerät funktioniert eigentlich. Jetzt wird aber die Software eingestellt.
Die Folge: das Gerät lässt sich nicht ohne Probleme wie vorher betreiben.
Was passieren kann: Schlimmstenfalls ist es unbrauchbar, manchmal ist die Sicherheit nicht mehr gegeben, wichtige Funktionen fehlen z.B. Verbindung mit einer Heizung oder Smart-Home-Objekt oder das Gerät wird langsamer.
In der Vergangenheit wurden z.B. auch Smartphones langsamer, weil die Software die Geräte gedrosselt hatte.
Das zwingt die Leute zum Neukauf, sorgt für Ressourcenverschwendung, für mehr Konsum und macht abhängig von Konzernen.
Lösung: Linux statt Windows
Von Linux gibt es verschiedene Versionen, wie Ubuntu, Fedora, Arch oder Mint.
Linux hat sehr viele Vorteile, die dieses Betriebssystem interessant machen.
Linux läuft auch langsameren Rechnern. Es ist modular aufgebaut und verzichtet auf unnötige Hintergrundprozesse.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: sogar schneller. Der extrem langsame Laptop, den die Kids nur für die Schule nutzen, bekam nun Linux Ubuntu darauf. Der Laptop lädt schneller hoch und ist auch schneller im Internet.
Kostenlos, da es eine Open Source Software ist und somit der Allgemeinheit zur Verfügung steht.
Transparenz & Datenschutz: Der Quellcode ist offen. Somit können keine Telemetrie Daten versteckt an Konzerne weitergegeben werden.
Anpassbar. Einschließlich der Bedienoberfläche kann alles angepasst werden. Sehr interessant für Profis.
kann monatelang ohne Neustart laufen
Sicherheit: Malware und infizierte Downloads kommen kaum vor. Das liegt mitunter an der Art und Weise wie Software installiert wird & dem strikten Berechtigungskonzept. Will ein Programm (oder ein Schädling) tiefgreifende Änderungen an deinem System vornehmen, müsstest du das explizit autorisieren (durch das sudo-Kommando und die Eingabe des Passworts). Und das wirst Du nicht tun. Außerdem werden Sicherheitslücken oft innerhalb von Stunden nach ihrer Entdeckung geschlossen, da eine weltweite Community aus Entwicklern sofort daran arbeitet. Du musst also nicht bis zum nächsten Patch-Day des Herstellers warten.
Keine Abhängigkeit von Konzernen.
Nachteil:
Manche sehr spezielle Programme z.B. Treiber für hochspezialisierte Soundkarten könnten unter Linux Probleme mit sich bringen, wenn die Hersteller nur Treiber für Windows anbieten sollten. Die meisten laufen allerdings. Typische Programme wie Textverarbeitung könnt ihr mit Open Office oder Libre Office betreiben. Auch Grafikprogramme wie Gimp oder Inkscape funktionieren. Photoshop dagegen nicht. Wobei ihr mit Photoshop vermutlich auch keinen so leistungsarmen Rechner habt, wenn ihr das anwenden wollt. Ähnlich verhält es sich beim Gaming. Manche Spiele mit agressiven Anti-Cheat-Systemen machen Probleme. Aber durch Proton ist da einiges möglich geworden. Die Software Proton sorgt dafür, dass Windows-Spiele auf Linux laufen. Aber wie gesagt: das sind normalerweise Probleme für High-End-Geräte. Online surfen, euer social media betreiben, Emails bearbeiten etc. ist ohne Probleme möglich.
Hilfe für Linux
Linux-Cafés und viele Reparatur-Cafés helfen euch kostenlos weiter.
Linux Cafés findet ihr über die Suchmaschinen.
Eine Auflistung über diverse Reparatur Cafès weltweit:
oder
Linux ist für viele Ottonormalverbraucher* Neuland. Auch wir sind erst zum Teil vor ein paar Monaten darauf umgestiegen, obwohl wir Linuxspezialisten und Sicherheitsexperten im näheren Familien- und Freundeskreis haben. Hilfe beim Umstieg wurde uns schon jahrelang angeboten. Aber sich mit noch etwas weiterem und neuem, wenn das alte ja noch geht, hat uns erst abgehalten. Ich weiß, dass das bei den meisten der Fall ist.
Ich kann euch aber sagen: Bei der Bedienung habe ich nichts wirklich umlernen müssen. Unser Grundschul-Sohn hatte es sofort auf dem Kasten, weil es sehr intuitiv funktioniert.
Warum mir dieser Zero Waste Tipp wichtig ist:
Dieses Thema lag mir sehr am Herzen, weil Elektrogeräte einen großen Fußabdruck haben. Erst recht Computer. Von der Produktion bis zur Entsorgung sind die Umweltauswirkungen immens. Dabei wäre es vermeidbar.
Ich finde es Wahnsinn:
Mein Sohn kommt nach Hause und erzählt: Ein Kellerraum in der Schule sei voll mit alten Computern. So schlecht seien die aber gar nicht. Seine Freunde und er hatten gleich nachgefragt, was damit passiert und ob man die eventuell haben könnte, damit sie nicht entsorgt werden. Tatsächlich war es deshalb möglich, dass die Schule alle Computer weitergeben konnte statt zu entsorgen - an Privatpersonen und das Reparatur-Café.
Hier werden die Ersatzteile ausgeschlachtet & neu eingebaut. Geeignete Geräte werden aufbereitet, mit Linux neu aufgesetzt und gegen eine Spende (falls Unkosten entstanden) wieder an die Leute weitergegeben.
Hier war es schon zu spät eventuell zu beraten und auf Linux umzustellen.
Bei der Volkshochschule hat es die Reparatur-Initiative in meiner Gemeinde rechtzeitig mitbekommen und hat die Rechner umgestellt, Mitarbeiter geschult und Kurse angeboten. Die PCs wurden also vor dem Wegwerfen bewahrt.
Eine tolle Initiative. Es gibt die Linux-Initiativen an so vielen Orten mittlerweile.
Gibt es bei euch eine vor Ort? Habt ihr vielleicht sogar eine ins Leben gerufen. Lasst uns gerne die Adressen hier unten sammeln ➡️ Linux Hilfe.
Kommentiert bitte gerne in die Kommentare, wenn welche fehlen.
Wenn ihr Euch fragt: Was kann ich gegen die Müllberge tun!
Heute könnt ihr konkret etwas tun: Gebt die Info weiter!
Wenn Ihr jemanden kennt, der vor dem Dilemma steht, wenn auch in Zukunft ein neues Update kommt: Zu wenige wissen, dass man mit Linux Computer retten kann - einfach und sicher!
🙏Teil auch gerne diesen Beitrag - wird oft gefragt, ob das erlaubt ist: Klar! Gerne sogar!
Je mehr Leute Bescheid wissen, desto besser.
Regional: Infos für Reparatur-Café Bruckmühl
Bei jedem der Treffen des Reparatur-Cafés ist in der Regel mindestens ein Linux-Experte mit dabei. Du kannst aber zur Sicherheit unter reparaturcafe@bruckmuehl-mangfall nachfragen oder dich ankündigen. Wir bieten auch schnelle Hilfe zwischen den Terminen an. Einfach melden oder vorbeikommen.
Linux-Initiativen & Linux-Café - hier bekommst Du Hilfe vor Ort
10963 Berlin https://technikmuseum.berlin/veranstaltung/linux-cafe/
42549 Velbert https://niederberg.ekir.de/inhalt/linux-cafe/
47877 Willich - Anrath https://www.computer-club-willich.de/kurs/veranstaltungen/79-linux-cafe-offener-treff-fuer-linux-interessierte/2026-05-19-16-00
60327 Frankfurt https://www.epn-hessen.de/veranstaltung/linux-cafe/
64560 Riedstadt https://www.rc-riedstadt.de/linux-cafe/
70569 Stuttgart https://linuxcafe-stuttgart.de/
73728 Esslingen am Neckar https://gonature.de/projekte/linux-cafe
73734 Esslingen-ZollbergLinux-Café Esslingen: https://reparaturcafe-esslingen.de/linuxcafe/
79539 Lörrach https://www.loerrach.de/de/Loerrach-Erleben/Sport-Freizeit/Vereine-A-Z/Verein?view=publish&item=club&id=1038
83052 Bruckmühl: https://www.faire-welt.net/reparatur-cafe/
91161 Hilpoltstein: https://www.repaircafe-hilpoltstein.de/linux
Vielleicht auch interessant:

Augen auf vor dem Kauf: Glühbirnen austauschen
Nur noch bei 20% der Leuchten sind die Leuchtmittel austauschbar! Meistens sind sie fest verbaut!
➡️Mehr lesen

So viel Mikroplastik entsteht durch deine Klamotten - allein durch Waschen & Trocknen!
Was Du dagegen tun und worauf du achten kannst










Kommentare