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Eiswürfel - plastikfreie Eiswürfelform

  • Autorenbild: Kieselstein (Stefanie Kießling)
    Kieselstein (Stefanie Kießling)
  • 23. März 2023
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Juli

Kühle Drinks ohne Müll

Wer Eiswürfel ohne Plastik und ohne Mikroplastikbelastung möchte, hat vor allem drei gute Optionen: Eiswürfelbehälter aus Edelstahl (langlebig, ab ca. 30 Euro), gefrorene Früchte statt klassischer Eiswürfel (kostenlos, platzsparend, ideal zur Resteverwertung) oder kleine, konisch zulaufende Gläser wie Schnapsgläser. Nicht empfehlenswert sind Eiswürfelformen aus Kunststoff oder Silikon: Laut ECHA-Definition zählt auch Silikon als Kunststoff, gibt Mikroplastik ab und lässt sich am Ende der Nutzungsdauer kaum recyceln. Meine persönliche Empfehlung sind gefrorene Früchte – sie kühlen den Drink, ohne ihn zu verwässern, und verwerten gleichzeitig Reste.

Eiswürfelmaker aus Edelstahl und Glas mit Strohhalm aus Glas und Beeren darin.

Zu einem kühlen Drink und sei es nur schön kaltes Leitungswasser in der Sommerhitze gehören für viele Eiswürfel.

Das Problem mit Eiswürfel im Plastikbeutel

Viele kaufen Eiswürfel in einem Plastikpack. Aber hält man Mülldiät, ist das eher nichts. Auch nicht so toll: beim Öffnen erhält man automatisch kleine Mengen Mikroplastik mit zum Eiswürfel dazu. Diese sind meist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Aber gerade Mikroplastik - Teilchen im Nanobereich gelten als gesundheitlich bedenklich. Forscherteams haben nämlich herausgefunden, dass die kleinen Partikel bis in die Plazenta gelangen (Quelle: Plasticenta: First evidence of microplastics in human placent, ragusa et al.) und die Bluthirnschranke (Quelle: Uni Wien) passieren können. Sogar neugeborene Babys weisen schon im Kindspech, also dem ersten Stuhl der Säuglinge, Mikroplastik auf. Nur das kurz am Rande.


Eiswürfelformen aus Kunststoff sind eine Not-Lösung

Sucht man Eiswürfelformen stößt man unweigerlich auf die Kunststoffvarianten. Sie sind verbreitet. Deshalb bekommt man sie fast ausschließlich auf dem Gebrauchtmarkt. Kleiner Reminder: gebraucht ist natürlich in diesem Fall besser, weil nicht neu produziert werden muss. (➡️Reusing - weiterverwenden-, eine Regel von Zero Waste).

Aber sie sind nicht die beste Alternative.


Vorweg: Kaufe keine Eiswürfelformen aus Kunststoff!

Wenn man neu kaufen müsste oder will, dann würde ich nicht die Kunststoffvarianten empfehlen. Downcycling oder thermische Verwertung stehen meist am Ende der Nutzungszeit. Da nur Plastikverpackungen in die gelbe Tonne kommen oder vom Wertstoffhof angenommen werden, könnt ihr die Eiswürfelform aus Plastik nicht dort abgeben und recyclen lasse. Schließlich ist es ja keine Verpackung, sondern das Produkt selbst. Theoretosch würden sich zwar manche Kunststoffarten wie PP, PE oder PET bis zu einem gewissen Grad recycln lassen. Ein Recht auf staatliches Recycling habt ihr nicht. Das könnte höchstens von einer Firma freiwillig angeboten werden. Das gibt es in seltenen Fällen bei einzelnen Plastikbehältern - von Anbietern von Eiswürfelformen kenne ich dagegen keine solche Aktion. Allerdings muss man das Produkt dann an die Firma direkt schicken, oft auf eigene Kosten. Dazu kommen der Fußabdruck von Transport und Lagerung. Die Frage ist, ob dann Recycling, wenn es denn wirklich eines ist, sinnvoll bleibt. Dabei sollte man genau hinterfragen, ob es sich dabei nicht nur geschicktes Marketing mit Greenwashing handelt.

Bei einigen Plastiksorten ist ein Recycling nicht möglich oder sinnvoll wie PVC oder Melamin. Besteht die Eiswürfelform aus Silikon, lohnt sich ohnehin kein Recycling, sondern nur die Verbrennung. Auch die Produktion mit endlichen Rohstoffen passt nicht wirklich zum Konzept der Kreislaufwirtschaft. Zudem können gesundheitsschädliche Additive zugesetzt werden (bis zu 80% sind möglich).

"Ist Silikon Plastik?", werde ich oft gefragt. Ja, auch wenn nicht upgedatete Internetseiten immer noch die falschen Infos liefern und das Gegenteil behaupten.

Silkon ist ein laut Definition der ECHA ein Kunststoff und sondert Mikroplastik ab.

Welche plastikfreie Alternative gibt es für Eiswürfelformen?


  1. Kühlschrank mit Eiswürfelfunktion Einfach ist es, wenn man einen Luxus-Kühl- oder Gefrierschrank mit Eiswürfelfunktion habt. Aber keine angst, wenn ihr das nicht habt, so wie ich. Meine Lieblingsversion ist ziemlich günstig und simpel


  2. Eiswürfelformen aus Metall - wie zum Beispiel diese hier aus hochwertigen 18/8 Edelstahl.

    Eiswürfelmacher aus Edelstahl credit: zerowastefamilie.de

    Diese Form ist lange haltbar und recyclingfähig. Damit kann man stehr leicht Eiswürfel einfrieren. Der Nachteil dabei sind die Kosten (ab 30 Euro). Wie bei allen Metallen (auch Aluminium, woraus es ja auch Eiswürfelformen gibt, aber nicht empfehlenswert sind!) bringt die energie- und rohstoffintensive Produktion auch einige Umwelt-Probleme mit sich.


  3. Würfel aus Metall oder Speckstein Und bleiben wir gleich bei Metall. Es gibt Edelstahlwürfel, die man einfrieren kann und die dann die Drinks kühlen - auch ohne sie zu verwässern. Das Ganze habe ich auch aus Speckstein gesehen. Hat man Gäste und möchte Ihnen so etwas anbieten, braucht man eine ganze Menge von diesen Steinen, die dann nach der Party wiederrum Platz wegnehmen. Preislich liegen sie ab 16 Euro für 6 Stück.

Gibt es günstigere Eiswürfelformen ohne Plastik, die noch umweltfreundlicher sind?

Ja, da gibt es zwei Varianten. 4. Kleine Gläser Die eine ist, kleine Gläser, wie Schnapsgläser oder kleine Einweckgläser zu verwenden, nur ca. 1-2 cm mit Wasser zu befüllen und dann einzufrieren. Achten sollte man dabei daraus, dass die Gläser nicht zu dünnwanig sind und dann beim Einfrieren brechen. Bei Schnaps- und Einweckgläsern ist man da meist auf der sicheren Seite. Aber essentiell wichtig ist dabei, dass die Gläser konisch zulaufen, sprich, dass die Öffnung gleichweit oder weiter ist als der Boden. Wird sie nach oben hin enger bekommt man nämlich den Eisstücke hinterher nicht mehr hinaus. Einfach aus dem Glas heraus kriegt man sie übrigens, wenn man sie ein paar Minuten antauen lässt oder unter warmes Wasser hält. Letzteres finde ich jetzt nicht sonderlich nachhaltig. Also lieber kurz etwas Geduld haben. Ich finde die kleine Gläser Variante etwas umständlich. Ein weiterer Nachteil bei dieser Eiswürfelvariante ist außerdem, dass man viel Platz im Gefrierschrank braucht.


  1. Meine Lieblingsvariante: gefrorene Früchte statt Eiswürfel

Glas mit Henkel und Metalldeckel. Darin steckt ein roter Glasstrohhalm. Im Glas ist Wasser mit gefrorenen Beeren in Rottönen Credit: www.zerowastefamilie.de

Vorteile:

  • für Anfänger geeignet, da man nichts kaufen muss

  • zur Resteverwertung geeignet

  • günstig

  • platzsparend

    Uns hat als wir vor 12 Jahren mit Zero Waste gestartet sind, die Variante mit den gefrorenen Früchten gut gefallen. Man gibt dazu einfach ein paar gefrorene Früchte in ein Glas. Sie kühlen und verwässern gleichzeitig einen Drink nicht. Außerdem machen sie sich auch optisch ganz gut. Auf dem Bild sieht man Johannisbeeren aus dem Garten, die wir einfach in Gläsern eingefroren hatten und an heißen Tagen auch mal eine schöne Abwechslung bieten. Aber auch Weintrauben oder kleingeschnittene Melonen, Zitronenscheiben oder Gurkenstücke machen sich gut. Generell alle gefrorenen Früchte. Merkt Euch das auch gerne als kleinen Resteverwertungstipp: kleine Mengen an Obst einfrieren lohnt sich, weil man sie als Eiswürfel verwenden kann. Mein Zero Waste Tipp: Damit die gefrorenen Früchte nicht zusammenkleben, legt sie möglichst trocken und ausgebreitet auf einen Teller oder Backpapier. Lasst es anfrieren und gebt es dann in ein Glas. Fazit Die gefrorenen Früchte sind mein Zero Waste Tipp Nummer 1 dafür.

    Meine zweite Lieblingsvariante: Eiswürfelbehälter aus Edelstahl. 

  • Ich nutze ihn nicht nur für Eiswürfel, sondern für vier weitere Zwecke:


    Was kann man mit Eiswürfelformen noch machen?

    1. Für Babybrei: Als die Kinder noch klein waren, haben sie als ganz kleine von unserem Essen etwas abbekommen, das wir püriert haben. Da sie aber als kleine Steppkes in kleineren Abständen als wir Erwachsenen essen, haben wir davon einfach etwas eingefroren und für den Tag dann portionsweise aufgetaut. 2. Resteverwertung: Bleiben von der Brotzeit der Kinder einmal Früchte über oder muss auch nur eine kleinere Portion Obst schnell verwertet werden, haben wir das einfach püriert und in den Eiswürfelbehältern eingefroren. Das Mus gab es dann in den Joghurt oder auch einfach Mal so zu essen. Das ist eine schöne Resteverwertungsmöglichkeit, damit weniger Lebensmittel verschwendet werden. Immerhin macht die Produktion von Lebensmitteln weltweit ein Drittel der C02 - Emissionen aus. 3. Kräuter: wir frieren klein gehackte Kräuter darin ein, die wir frisch aus dem Garten geerntet haben, so dass wir auch im Winter davon etwas haben. Es gibt einige Kräuter, die beim Trocknen ihr Aroma verlieren und deshalb nutzen wir auch diese Variante. Des weiteren machen wir auch Kräuterbutter selbst, da wir sie meist nur in Plastik verpackt bekommen. In den Eiswürfel eingefroren, haben sie die perfekte Größe.

  • 4. Für kleine Portionen wie Spinat oder Tomatenmark.

    Wir nutzen ja keine Tuben oder Metallkonserven wegen der Bisphenolproblematik. Wir kaufen Tomatenmark in Gläsern (gibt es im Mehrweg) oder machen es selbst. Nur sind uns die Gläser zu groß, wenn man laut Rezept nur einen Esslöffel braucht. Da sind natürlich die Mini-Blechdosen oder Tuben praktischer. Wir behelfen uns damit, sie in Eiswürfelformen klein portioniert einzufrieren. Wenn wir die Eiswürfelformen für etwas anderes brauchen, kommen die kleinen Würfel einfach in einen Gefrierbehälter. Das gleiche mache ich auf diese Weise mit Spinat. Den bekommen wir von der Solawi frisch geliefert. Nachdem er blanchiert wurde, wird er in Eiswürfelformen eingefroren.

    Ich mag diesen klassische Eiswürfelbereiter aus Edelstahl, weil man ihn tatsächlich oft her nimmt und er verschiedene Zwecke erfüllt. Wenn sie langlebig sind, wie dieser, werden sie doch etwas ökologischer, auch wenn der Herstellungsfußabdruck bei Edelstahl anfangs höher ist.

Braucht man eigentlich Eiswürfel?

credit: zerowastefamilie.de Weinglas mit Edelstahlstrohhalm, Wasser und gefrorenen roten und schwarzen Johannisbeeren

Nein, eigentlich nicht, aber sie können hilfreich sein. Ernährungsberater* raten, Getränke gar nicht zur Abkühlung so kalt zu genießen. Der Körper heizt kontraproduktiverweise nach. Hinter ist es einem heißer als vorher. Aber sie können praktisch sein. Bis vor wenigen Jahren hatte ich nie Eiswürfel zu Hause. Aber seit die Familie am Wachsen ist und Menschen älter werden und Kinder dazu kommen hat sich das verändert. Manchen helfen kalte Getränke mit Eiswürfeln gerade in bei Hitzeperioden im Sommer ausreichend zu trinken.


Eiswürfelbehälter aus Edelstahl sind Zero Waste approved

Nachdem ich die Eiswürfelbereiter auch nicht nur für Eiswürfel verwende und damit weiteren Müll z.B. durch Essenreste oder Verpackung vermeide, finde ich sie durchaus Zero Waste tauglich. Ihr könnt ja gerne mal eure Meinung dazu in die Kommentare schreiben.

Was ich damit sagen will:

Fragt Euch vor dem Kauf

Brauche ich das wirklich?

Kann ich es durch andere Sachen ersetzen?

Das variiert von Lebenssituation zu Lebenssituation und von Mensch zu Mensch. Für kleine Kinder und Menschen mit Schluckbeschwerden ist es sowieso nichts und gefährlich zugleich, außer man trinkt mit Strohhalm. Wenn Ihr wollt, schaut doch mal in die Checkliste "Fragen vor dem Kauf rein". Sie hilft einem bei der Kaufentscheidung, welches Produkt man wählt und ob man es wählt. Habt ihr Eiswürfel? Schreibt mir gerne in die Kommentare!


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