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So kannst Du Äpfel & Gemüse lagern - der Kellerschacht - Trick

Autorenbild: Kieselstein (Stefanie Kießling)
Kieselstein (Stefanie Kießling)
24. Apr. 2023
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 18 Minuten

Zero Waste: Geld & CO2 sparen mit Lagergemüse und Lagerobst

grün-rote Äpfel in einer Holzkiste

Wieso spart man CO2 und Geld, wenn man regional kauft?

  • Saisonware ist oft günstiger

  • ihr bekommt auch Äpfel, die nicht der Supermarktnorm entsprechen.

  • Äpfel werden weniger transportiert, als wenn sie aus Neuseeland kommen

  • ihr kommt leichter an biologisch angebaute Ware, auch wenn sie nicht zertifiziert ist

  • von ungespritzten Äpfeln könnt ihr bedenkenlos auch die Schale mitessen oder für Tee verwenden

weitere Vorteile, wenn ihr Äpfel regional kauft:

  • ihr unterstützt die Bauern vor Ort finanziell

  • ihr unterstützt Streuobstwiesen, wenn ihr den Landwirten vor Ort das Obst abkauft

  • ihr fördert die Artenvielfalt durch eure Unterstützung für Streuobstwiesen (Insekten etc)

  • Erhalt alter Apfelsorten

  • Bauern können selber ihre Preise machen und wirtschaftlich arbeiten. Supermärkte dagegen diktieren ihnen die Preise - egal, ob es kostendeckend ist oder nicht


Bei einem Bauern bei uns haben wir wieder Lageräpfel und Birnen für 2 Euro das Kilo kaufen können.

Natürlich unbehandelt. „Wir haben so viel, das brauch ma nix machen. Macht ja nur Arbeit!“, meinten die Bauern. „Wir sind froh, wenn wir nicht so viel wegschmeißen müssen.“ Wir sind auch froh: sie schmecken klasse, wir müssen uns lange keine Gedanken mehr machen, ob wir für das Pausenbrot Äpfel und Birnen zu Hause haben, sie sind ungespritzt, es wird weniger weggeworfen und am Preis kann man ja auch nicht meckern.

rote Äpfel in einer hölzernen Steige, daneben grüne Birnen

Erhalt der Vielfalt

Unser Bauer ist kein typischer Apfellandwirt. Mittlerweile hat er seinen Betrieb auch aufgegeben, verkauft aber noch die Äpfel. Er hat ca. 15 Sorten. Von ein paar Sorten ist nicht einmal mehr der Name bekannt, denn die hat schon der Urgroßvater angepflanzt.

Er hat auch historische Sorten wie den Winter-Rambour. Im Supermarkt bekommt man den nicht mehr. Im Laden bekommt man über das Jahr höchstens 10 verschiedene Sorten, in Supermärkten oft nur 4 bis 6. Dabei gäbe es in Deutschland 2000 Sorten.

Manche Menschen können nur bestimmte Apfelsorten essen, weil sie allergisches Symptome bekommen & sie generell schlechter vertragen.


Wo findet man Apfelbauern?

Unser Bauer hat übrigens kein Schild als Werbung an der Straße stehen oder schaltet auch keine Anzeige. Das läuft über Mundpropaganda. Also manchmal lohnt sich Umhören, wenn man in der Region auf den ersten Blick (Internet wie foodsharing oder online-Kleinanzeigen, Schilder, Anzeigen, Freunde fragen) nichts findet.

Schaut auch auf Herbstmärkte, Bauernmärkte oder Apfelmärkte in eurer Region. Manchmal verkaufen hier Landwirte gemeinschaftlich ihre Ware. Lasst euch die Kontakte für das nächste Jahr geben.

Manchmal führen Hofläden sie.

Selten haben Gemeinden eine Liste online. Schade, finde ich. Das wäre ein toller Bürgerservice & würde Landwirte unterstützen. Die Menschen haben zu wenig Informationen, wo sie Lebensmittel regional bekommen. Dabei geht es nicht nur um die Äpfel, sondern generell um regionale Früchte, Gemüse oder Nüsse.


Unverpackter Mehrweg

Die Früchte bekommen wir übrigens in Kisten, die wir nächstes Jahr wieder zurückbringen sollen, wenn wir wieder etwas bei ihnen kaufen oder wenn man mal vorbeifährt. (Privater Mehrweg)


Geht regional einkaufen nur auf dem Land?

Nein, das ist eine Sache der Organisation. Manche Bauern verkaufen auch in Läden in der Stadt oder größeren Gemeinden. Manche Läden haben ein Regionalregal.

Falls ihr auch das nicht vor Ort habt: Bildet eine Einkaufsgemeinschaft! Dann muss nur einer fahren und nimmt für mehrere regionale Lebensmittel mit.

Das machen wir bei den Lageräpfeln auch so. Das spart euch Fahrtkosten und Zeit.


Wie lagert man Äpfel?

Optimal wäre ein kalter Keller oder Erdkeller. Das haben wir leider nicht. Da wir an der Bahn wohnen, ist unsere Garage zum Obst- oder Gemüselagern auch keine Option, ohne dass sich die Mäuse darüber her machen. Eine Garage oder frostfreier Schuppen können eine Option sein. In sehr kalten Gegenden nutzen manche einen Frostwächter, der heizend anspringt, wenn es in der Garage oder Schuppen unter null haben sollte.

Da wir weder einen kalten Keller haben noch die Garage für uns funktioniert, mussten wir erfinderisch werden.


Gemüse & Äpfel lagern - Kellerschacht als Alternative zu kaltem Keller

Blick durch das Kellerfenster in einen Kellerschacht. Darin steht ein Korb mit Karotten und Schwarzwurzeln

Wir lagern unsere Äpfel und Lagergemüse in einem Kellerschacht. Das haben wir nun mehr als 15 Jahre erprobt und klappt super. Viele haben es mittlerweile nachgemacht! Super!


Äpfel im Kellerschacht lagern - so geht`s!

Wichtig: Das Gitter über dem Kellerschacht sollte man mit einem engmaschigen Draht abgedichtet. Gibt es als Meterware im Baumarkt. So kommen auch keine Mäuse hinein. Man kann ihn auch mit Pappe oder einer Decke abdunkeln - falls nötig. Bei Kartoffeln lohnt es sich, die Kiste im Schacht direkt mit Papier, einer Decke oder Stück Stoff abzudunkeln.

Die Temperatur ist im Kellerschacht relativ konstant kühl.

Hier lagern wir im Winter auch für 3 bis vier Wochen lagerfähiges Gemüse wie Sellerie oder Karotten, damit wir weniger einkaufen fahren müssen.

Auf verschneiten Straßen an den Alpen fahren wir lieber Schlitten als zum Einkaufen.

Die Äpfel halten sich hier bis in den Februar hinein, danach ist auch die beste Sorte schrumpelig.

Worauf sollte man beim Lagern achten?

Wir lagern Äpfel in kleinen Holzkisten, die aufeinandergestapelt sind. Damit vermeidet ihr Druckstellen. Ein paar Sorten haben wir auch in einer größeren Kiste. Dort haben wir pro Lage Äpfel Packpapier dazwischen gelegt. Dadurch halten sie länger und man kann sie schneller kontrollieren, indem man das Packpapier samt den Äpfeln hochnimmt.

Kontrolle ist beim Lagern wichtig

Vergesst nicht alle zwei Wochen, besser jede Woche zu kontrollieren, ob nicht verdorbene Äpfel dabei sind. Sie stecken sich sehr schnell an. Mit den Kontrollen spart ihr euch Müll & Geld. Lasst das lieber nicht auf. Markiert euch im Kalender, dass eine Kontrolle ansteht oder lasst euch mit dem Handy erinnern. Das ergibt Sinn.


Äpfel und Birnen getrennt lagern

In den Kellerschächten könnt ihr nicht nur Äpfel lagern. Wir haben dort auch Lagerbirnen oder Wintergemüse wie Wirsing, Kohl, Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Karotten, Petersilienwurzel, Pastinaken, rote Bete, Sellerie, Lagerkürbis etc.

Wichtig ist aber, dass ihr die Äpfel und Birnen nicht im gleichen Kellerschacht lager wie das andere Gemüse. Birnen und Äpfel strömen das Reifegas Ethylen aus.

Das beschleunigt das Nachreifen bzw. die Alterung anderer Gemüsesorten. Dadurch werden die Blätter des Kohls schneller fad, Kartoffeln fangen an zu keimen und andere Gemüsesorten faulen. Lagert Äpfel und Birnen getrennt von anderem Lagergemüse.


Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, solltet ihr also Folgendes tun:

  • Gitter im Kellerschacht gegen Mäuse abdichten

  • Nicht zu viel übereinander lagern, damit es keine Druckstellen gibt

  • Lebensmittel regelmäßig kontrollieren.

  • Äpfel und Birnen getrennt von anderem Lagergemüse halten


Fazit: Warum ihr Äpfel & Gemüse lagern solltet

Es haben mehr Leute, als man denkt, die Möglichkeit ein paar Lebensmittel zu lagern mit dem Kellerschacht-Trick. Dazu braucht ihr noch nicht einmal einen Kühlschrank, kalten Keller oder Erdmiete. Es kostet euch auch nicht mehr Geld. Ganz im Gegenteil. Oft könnt ihr durch regional Saisonware zu günstigeren Preisen einkaufen.

Oft sind die Obstsorten auch unbehandelt, wenn auch ohne Biozertifikat. Kauft beim Bauern eures Vertrauens, dann könnt ihr auch ohne Bedenken Apfelschalentee, Essig oder Apfelschalenchips daraus herstellen. Das wiederum spart euch Geld, weil der Kauf von Essig, Snacks und Apfeltee entfällt.

Das würden viele bei gespritzten Äpfeln nicht machen, da ein Apfel bis zu 16 Mal im Durchschnitt mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wird.

Eigentlich entsteht dadurch wieder Lebensmittelverschwendung.

Wusstet ihr auch, dass viele Supermärkte nur Äpfel annehmen, wenn sie zwischen 6 und 8 cm Durchmesser haben? Fallen die Äpfel durch die Norm, können sie nur noch gemostet werden. Mosten ist aber nicht für alle Betriebe eine Lösung. Nicht überall ist eine regionale Kelterei ansässig, die Obst gegen Saft tauscht. Regionale Apfelpressen kosten auch Geld, das man vorschießen muss, selbst kann man auch nicht so viel Saft verwerten, so dass man wiederum den Saft verkaufen muss. Dabei ist die Vermarktung teilweise zu aufwendig und unrentabel.

Wenn ihr also kleine Bauern kennt, dann unterstützt sie, indem ihr ihnen alle Jahre wieder das Obst, Lagergemüse oder Säfte abnehmt. So können sie kalkulieren.

Manchmal schließen sie sich auch zu einer Solawi, kurz für solidarische Landwirtschaft, zusammen. Hier zahlen die Mitglieder einen Vereinsbeitrag und bekommen dafür von den Landwirten und dem Gärtnerteam Lebensmittel zur Verfügung gestellt. So können die bäuerlichen Betriebe finanziell planen und ihre Preise selbst kalkulieren. Supermärkte geben die Preise in der Regel vor. Sie sind leider nicht immer kostendeckend, weshalb viele kleine Betriebe aufgeben.

Wenn ihr also Landwirte vor Ort unterstützt, sorgt ihr für Lebensmittelsicherheit in Krisenzeiten vor Ort.


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