top of page

Gemüsebrühe selber machen – ohne Pestizide & Zusatzstoffe

Autorenbild: Kieselstein (Stefanie Kießling)
Kieselstein (Stefanie Kießling)
9. März 2023
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Minuten

vier kleine Bügelgläser mit gekörnter Gemüsebrühe in Gelb - , Braun - und Rottönen

DIY Gemüsebrühe – Zero Waste-Rezept aus Gemüseresten, ohne Pestizide & Zusatzstoffe

Gemüsebrühe aus Gemüseresten selbst zu machen, ist eine der einfachsten Zero-Waste-Ideen für die Küche – und gerade jetzt aktueller denn je: Der neue Öko-Test (Ausgabe 10/2026) hat in vielen Supermarkt-Brühen Pestizidrückstände nachgewiesen, teils sogar mehrere gleichzeitig.


Es gibt zwei Arten Gemüsebrühe herzustellen: Auskochen, Gemüsebrühe als Paste und gekörnte Gemüsebrühe. Letzteres ist nichts anderes als getrocknete Gemüsepaste.


Vorallem die Gemüsebrühe als Paste ist super einfach und innerhalb weniger Minuten gemacht. Die Gemüsepaste könnt ihr auch trocknen. Das dauert etwas länger, aber ist kein Aufwand. Der Ofen, der Dörrapparat oder der Solarofen arbeiten ja eigentlich alleine vor sich hin. Da müsst ihr nicht wirklich was tun. Das Rezept für Gemüsepaste zeige ich euch in diesem Beitrag. Wenn ihr Gemüse auszukochen und daraus eine Brühe herstellen wollt, dauert es etwas länger - lohnt sich aber auch. Hier findet ihr die Anleitung dafür.

Vorteile einer selbstgemachten Gemüsebrühe

Die Gemüsepaste ist eine sehr perfekte Resteverwertung. Das bekommt ihr oft noch einmal günstiger z.B. über too good to go. Vorteil nebenbei: sie ist sehr günstig im Vergleich zum Kauf und wer keinen Zucker an erster oder zweiter Stelle der Zutatenliste will, Unverträglichkeiten hat oder Geschmacksverstärker vermeiden möchte, der ist mit dieser DIY - Gemüsebrühe bestens bedient. Wer Pestizide vermeiden möchte, wählt Bio-Produkte. Wir beziehen unser Gemüse von einer biozertifizierten SOLAWI (kurz für solidarische Landwirtschaft). Ihr könnt dafür auch Gemüse zweiter Wahl, Stengel und Blätter z.B. von Karotten und Fenchel verwenden oder Gemüsereste aus dem Kühlschrank, die schnell weg müssen. Super lecker und einfach und schon seit 15 Jahren erprobt.

Eine gute Brühe bringt so viel mehr Bums und Umami-Geschmack in euer Essen - lasst euch das nicht entgehen.

So kannst Du Gemüsebrühe selber machen


Diese Utensilien braucht ihr für selbstgemachte Gemüsebrühe:

Als Utensilien braucht man

  • einen Mixer

  • eine Waage

  • ein Messer

  • ein Schneidebrett

  • eine Schüssel

  • ein fest verschließbares, sauberes Glas

  • evtl. einen Taschenrechner (für den, der schlecht im Kopfrechnen ist)


Zutaten für DIY-Gemüsebrühe

Das Salz kann weggelassen oder reduziert werden, wenn ihr die Gemüsepaste hinterher trocknet.


Beispiel: Bei 500g Gemüse sind es ca. 70g Salz,

bei 700g Gemüse 70g Salz


Wir geben das Ganze gerne im Verhältnis an. Erstens kann man es sich leichter merken und zweitens hat ja jeder unterschiedliche Mengen zu hause und nicht unbedingt das Gemüse, das wir im Rezept angeben. Ihr könnt also ganz individuell zusammenmixen.

Welches Gemüse eignet sich für selbstgemachte Gemüsebrühe?

Das Gemüse nimmt man nach Belieben. Das können auch kleine Reste sein.

Man nimmt, was einem schmeckt:

z.B. Karotten, Sellerie, Lauch, Tomaten, Paprika, Fenchel, Petersilienwurzel, Pastinaken, Kohlrabi, Liebstöckel, Kürbis, Rosmarin, Petersilie, Basilikum, Pfeffer, Ingwer etc.

Falls man gerne Kohl verwenden möchte, sollte man bedenken, dass dieser sehr dominant ist. Das ist nicht jedermanns Geschmack. Versucht es erst einmal mit einem Teil Kohl. Unserer Meinung nach gilt das Gleiche für Petersilienwurzel. Aber probiert es selbst aus! Geschmäcker sind ja unterschiedlich! Besonders lecker macht die Brühe als Gewürz Liebstöckel, manche nennen es auch Maggiekraut.

Edelstahlschüssel mit verschiedenem Gemüse und Kräutern darin. Paprika, Tomaten, Kapuzinerkresse, Petersilie, Zwiebeln, Fenchel, Karotten etc

Tipp: Manche Gemüseabschnitte, wie der Strunk vom Brokkoli oder Blumenkohl, das Grün von Fenchel, Kohlrabi oder Karotten könnt ihr gleich mit verwerten. Damit spart ihr sogar Lebensmittelabfall und bekommt mehr für euer Geld. Resteverwertung: Man kann also Sachen verwerten, die mal dringend weg müssen,

  • wie die schrumpeliges Gemüse (bekommt man auch günstiger zu kaufen)

  • bei Ernteüberschuss im Garten

  • wenn ihr in den Urlaub fahren wollt und den Kühlschrank leer kriegen müsst,

  • der Besuch doch abgesagt hat

  • oder weil man krank war und nicht zum Kochen und Essen kam.

Je nachdem, was Sie verwenden kann die Farbe von gelb, braun, grün oder rot reichen. Auch mal was anderes :-).


Arbeitsschritte für die Gemüsebrühe:

  1. Das Gemüse, Kräuter oder Gemüsegrün waschen und putzen.

  2. In grobe Teile in eine Schüssel geben.

  3. Wiegen: Das Gewicht des Gemüses teilt man durch 7. Das Ergebnis ist die Menge an Salz, die man braucht in Gramm. Die gebt ihr hinzu und vermischt es.

  4. Zerkleinern: Das grob geschnittene Gemüse und das Salz kommen nun in den Mixer. Man zerkleinert es bis die Stücke mindestens 0,5cm klein sind oder feiner bis hin zur Paste. Die ist dann auch schon fertig.

  5. Bei Gemüsebrühe als Paste: Füllt die Paste in saubere, gut verschließbare Gläser ab.

  6. Bei gekörnter Gemüsebrühe: Jetzt geht es ans trocknen.


So trocknet ihr die Gemüsebrühe

Gemüsepaste wurde auf eine Backfolie ausgelegt und liegt im Befeuchtungsschacht des Kachelofens zum Trocknen

Zum Trocknen der Gemüsepaste habt ihr drei Möglichkeiten:



Wie lange hält sich die Gemüsebrühe?

Sie hält sich viele Monate.

Haltbarkeit Gemüsepaste

Stellt ihr eine Gemüsepaste her, hält sie sich im Kühlschrank aufgrund des Salzes mehrere Monate. Theoretisch muss man sie also nur einmal im Jahr auf Vorrat machen....

Glasschüssel mit oranger Gemüsepaste

Die Gemüsebrühenpaste eignet sich zum Würzen von Saucen, Bratlingen etc. Außerdem kann man mit ihr natürlich auch Gemüsebrühe beispielsweise für eine Nudelsuppe herstellen. Benutzt wird sie, wie gekörnte Brühe. Achtet nur darauf, dass ihr immer etwas mit einem sauberem Löffel entnehmt und das Glas im Kühlschrank geschlossen haltet.

Haltbarkeit gekörnte Gemüsepaste / gekörnte Gemüsebrühe:

Wer will, kann aus der Paste aber auch eine trockene Gemüsebrühe im Dörrgerät (Dörte) oder in einem Ofen herstellen.


Meine Tipps für selbstgemachte Gemüsebrühe:

Geheimtipps:

  1. Besonders lecker macht die Brühe als Gewürz Liebstöckel, manche nennen es auch Maggiekraut.

  2. Ein optisches Highlight sind Blüten in der Gemüsebrühenpaste z.B. die blauen Blüten von Borretsch.

  3. Angeber* stellen farbige Gemüsebrühkörner her, wie diese auf dem Bild:

    Ein Bügelglas mit gekörnter Gemüsebrühe, daneben ein frischer Stengel Rosmarin. Die Gemüsebrühe wurde in Schichten in das Glas gefüllt. Die Schichten haben unterschiedliche Farben. Von Magenta, beige, gelb und rot gehen die unterschiedlichen Schattierungen. So sieht es im Glas aus, als wäre da bunte Streifen an Gemüsebrühe drin. Ein optischer Hingucker. Ich hoffe, das ist verständlich beschrieben. Ansonsten meldet Euch bitte bei mir, damit ich es verbessern kann :)

    Pink entsteht durch einen großen Anteil rote Beete, die gelbe Version durch Knollengemüse ala gelbe Karotten, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzel etc., die hellrose Variante entstand durch sommerliche Zutaten wie Tomaten, Paprika, rote Karottensorten etc. Ihr könnt sie auch lagenweise einfüllen. Dann entstehen Streifen. Wer hat schon so dekandente Gemüsebrühe?

  4. Diese Gemüsebrühe eignet sich hervorragend als kleines Geschenk oder Mitbringsel.

    Viel Spaß beim Probieren!


FAQ

Kann man alle Gemüsesorten verwenden?

An sich ja, aber ihr solltet folgendes beachten: Vorsicht bei Kohl, da er sehr dominant schmeckt. Das ist nicht jedermanns Geschmack. Versucht erst einmal mit einem Teil Kohl. Unserer Meinung nach gilt das Gleiche für Petersilienwurzel. Aber probiert es selbst aus! Geschmäcker sind ja unterschiedlich! Es eignen sich auch viele Kräuter. Insgesamt sollten Kräuter nicht mehr als einen Anteil (von 7 Anteilen) ausmachen, da sie zu penetrant schmecken können.

Im Sommer klappt das übrigens auch in der heißen Sonne auf dem Backblech. Das kann aber je nach Sonnenintensität auch mal zwei Tage dauern.

Manche machen es auch auf der Heizung. Das haben wir allerdings nicht wirklich ausprobiert. Denn auf der Heizung sollten wegen Brandgefahr ja nur Sachen liegen, wenn man auch im Raum ist. Und das passt bei uns nicht in den Alltag.

Ja, wenn ihr die Gemüsepaste trocknet auf jeden Fall. Da braucht ihr theoretisch sogar gar kein Salz. Ungetrocknete Gemüsebrühe: nein. Wollt ihr sie ungetrocknet im Kühlschrank lagern, ist das Salz für die Haltbarkeit wichtig.

Ja, das geht. Allerdings kann das zwei Tage und länger dauern.

Ja, du kannst die Gemüsebrühe auf einem Backblech auf dem Heizkörper stellen. Kontrolliere dabei, ob das Blech nicht zu heiß wird.

Wenn du die Gemüsepaste hinterher trocknen möchtest, dann kannst Du das Salz sogar weglassen. Trocknest Du die Paste nicht, dann solltest Du die angegebene Salzmenge beibehalten. Sie ist für die Haltbarkeit essenziell.

Vielleicht auch interessant:

kandierte Orangenschalen Resteverwertung.

Nicht wegwerfen: Zitrusbonbons aus Orangenschalen

Statt Wegwerfen: Orangenschalen verwerten und kandierte Bonbons machen.

Lebensmittel trocknen

So trocknest Du Lebensmittel ohne Dörrgerät. Perfekt zum Haltbarmachen - für weniger Abfall in der Küche.

Lebensmittel trocknen ohne Dörrgerät gegen Lebensmittelverschwendung - Bild: Lauch auf einem Backpapier, daneben getrockneter Lauch in Ringe geschnitten

Fragendazu? Schreibt sie gerne in die Kommentare!

Wenn euch der Beitrag gefallen hat, freue ich mich, wenn ihr ihn teilt, denn

Caring is sharing.

Je mehr Leute wissen, wie ein Leben ohne Müll geht, werden es auch tun.

Meldet euch auch gerne auf meinem kostenlosen Newsletter an, kommt in meine Whatsapp Gruppe oder folgt mir auf meinen Kanälen.



Kommentare


NEWSLETTER - melde dich kostenlos an und sei Teil der Zero Waste Familie!

bottom of page